Zu viel Gelaber

am by Establishmensch in Kulturkritique | 4 Kommentare

haihead

Dear fellow citizens of the Interweb. This is eine kurze Kulturkritik zur derzeitigen Kulturkritik.

Donnerstag sah ich dieses „Ich hab Polizei“-Video von Jan Böhmermann. Kennt hier ja vermutlich jeder. Ansonsten kann man es unter diesem Link anschauen. Was ich beim Sehen dachte: 1. Fetter Beat / 2. Fett Produziert / 3. Clevere Idee / 4. Nicer track / 5. Potential für’s Dezember-Auto-Mixtape.

Dass das Video etliche Views generieren und viral gehen würde war mir ziemlich klar. Dass sich in einem solchen Fall natürlich auch nahezu alle Medien zum Einheimsen eines Stückes des Aufmerksamkeitskuchens reinfahren wollen – auch. Ja, ich sage oft „lol“. Aber in diesem Fall werfe ich, bevor ich lol sage, mal die Capslock-Taste an und sage LOL in Großbuchstaben. Ich will gar nicht aufzählen, wer sich alles und in welche Richtung über Böhmermann’s Aneignung gansterrapesker Reimfindung eschauffiert, nur mal so der Grundtenor der Kritiker: Böhmermann macht der armen Rapperunterschicht die Sprache streitig / diffamiert als Mittelstandsboy nach „unten“ / bla bla bla. Staiger sagt sogar… moment… scheißegal was Staiger sagt. Ich zitiere: „S wie: Staiger, halt dein Maul.“ Und die Böhmermannbeschützer werfen den Kritikern einen intellektuellen Kurzschluss vor, Böhmermann mache das Gegenteil, bla bla bla.

Wer braucht dieses Gequatsche? Unglaublich.  Böhmermann hat einen guten und vor allem witzigen Track produziert, fertig. Man kann sich gerade soziologisch, kulturell und politisch mit so viel wichtigeren Dingen beschäftigen und sich danach zur Belohnung einfach gemütlich im Ohrensessel den Böhmermanntrack anhören, that’s it. Und wenn man den Track nicht mag, dann hört man ihn halt nicht. So. Ist das jetzt mein Stück vom Aufmerksamkeitkuchen? Dann gebe ich es gerne ab. Zum Beispiel an andere Leute, die auch über Polizei rappen (und zur Beruhigung des Feulletons sogar mir Artikeln vor ihren Nomen):

 

 

Und natürlich dieses noch, weil es mich persönlich betrifft 😉

 

 

So. Ich muss sparen wie meine Vorfahren und spare mir weitere Satze.

High Five,

Andy

polizeibind

Und doch noch ein P.S.: “ Na und? Der Reim ist fett…“

 

Über Hingabe

am by Establishmensch in Allgemein, Kunst | 5 Kommentare

header-hingabe

Hello jolly friends of Establishmensch!

Ich saß eben im Bus um mein Auto von der Inspektion abzuholen und untersuchte während der Fahrt dieses Internet von dem immer alle reden. Auf dieser Seite, die alle Benutzen um gegenseitig miteinender befreundet zu sein, hatte eine (wirklich echte) Freundin von mir just ein Foto von einem (wirklich echten) Freund gepostet, was mich mich dazu brachte, über Hingabe nachzudenken. Erstmal das Bild (copyright Kristina Wortmann):

 

arschkoedit

Der Junge Mann da oben ist Einmannjan, ich habe ihn hier auf meiner Seite schon öfters Mal erwähnt, weil ich seine Solomusiksachen unglaublich gut finde, er überdies in vielen Bands spielt, die mir gefallen (Neon Bone – die mir diesen OHRWURM in den Kopf gesetzt haben, Kommando Zurueck – mit denen ich im Sommer auf Tour war, u.v.m.). Außerdem ist er vermutlich der Einzige, der meine Seite RSS-abonniert hat, also zu den regelmäßigsten Lesern dieser Seite gehört.

Natürlich kann mensch sich jetzt fragen, wie ich bei dem Bild dazu komme, über Hingabe nachzudenken. Also ich fange mal vorne an. Wenn ich so auf das 2015 zurück schaue (ja, es ist früh für Jahresrückblicke, aber es ist zweckdienlich), dann gibt es sehr viele Momente, die von unglaublicher Schönheit waren. Ich tanzte über fünf Festivals, schwamm in einer zweistelligen Anzahl verschiedener Seen und Flüsse, traf eine dreistellige Anzahl sehr interessanter Menschen und trat insgesamt vor einer fünfstelligen Anzahl hauptsächlich guter Leute auf. Der neune Meister im deutschsprachigen Slam (und mein kleiner Bruder von nem andren Luder (sorry, nur wegen des Reimes)) JP Zymny  gewann seinen Titel gewandet in ein T-Shirt mit meiner Fresse drauf, was mein Herz hüpfen zu lassen wusste.

zymn(Foto: Marvin Ruppert)

Das sind alles Sachen so schön wie man sie sich nicht im Labor mixen kann. Die Frage ist halt: zu welchem Preis? Ich bin kein einziges Mal wirklich in den Urlaub gefahren, hatte, wenn ich gerade nicht auf Tour war, immer viel mit dem Büroquatsch (Steuershizzle, Rechnungswhizzle, Postmanizzle) und dem Schreiben an sich zu tun. Alles muss irgendwie laufen. Für den im letzten Post angekündigten Auftritt mit Judith Holofernes schrieb ich insgesamt 22 Gedichte, Zeitaufwand? Keine Ahnung! Ewig. Aber das Resultat: Ein einzigartiger, wirklich geiler Abend mit Menschen wie aus Zuckerwatte. Zwar eine einmalige Sache, aber hey!

andyjudith(hier mache ich das mongolische Brummgedicht einer Kuh in einer Joga-Pose, Foto by Operation Ton)

Dann am 12.12. das Live-Hörspiel was ich geschrieben habe. Zeitaufwand? Keine Ahung! Ewig. Aber das Resultat? Weiß ich noch nicht. Freue mich aber drauf. Wie gesagt, immer ist irgendwas, man gibt so viel Zeit dran, die man mit der erweiterten Familie verbringen sollte, so viele „out-of-business“-Aktivitäten. ..Aber… Hingabe eben. Und irgendwie wird es mit einer Schönheit von Welt belohnt, was toll ist, wo sich gerade alles irgendwie so anfühlt, als würde die Menschlichkeit ein bisschen den Bach runtergehen  – AfD, PEGIDA, IS-Terrorismus, Waffenlieferungen, Freiheitseinschränkungen, Hetze, Übergriffe…

Vielleicht ist die Hingabe ja auch nur eine Art Eskapismus, ich meine, ich bin gut im Fliehen vor der Realität. Aber durch das Auftreten hole ich ja auch immer ein bisschen von meiner kopfinternen Realität auf die Welt, was dem Schwachsinn hoffentlich irgendwie im kleinen entgegenwirken kann.

Warum aber bin ich wegen des Bildes auf Hingabe gekommen? Nun, scrolle nochmal hoch und schau Dir das Bild an, bzw. die Frisur. Einmannjan hat sich nur für ein einziges Konzert von Kommando Zurueck eine Halbglatze geschnitten – weil die Band sich wie die Schlümpfe und er sich wie Gargamel verkleidet hat. Whoot? Well… Das ist Hingabe, das ist Anti-Lookism, das ist irgendwie verdammt real, weswegen ich mich vor sein Fenster stellen werde und ihm einen echten Daumen-nach-oben zuwerfen werde.

So, das waren nur ein Paar schnelle Gedanken, bedanke mich für’s gelesen haben.

High Five,

Andy

PS: Ach ja. Hier. Tanzen.

 

 

Blick aus der eigenen Schublade

am by Establishmensch in Allgemein, Musik | 5 Kommentare

musikmix

Hello Besucher_*+(?!)_Innen meines kleinen, digitalen hierarchiefreien König_*+(?!)_Innen-Reichs.

Ich weiß, ich weiß, hier passiert im Moment nicht allzuviel. Die ganzen, anliegenden Projekte, das Touren und das Zähneputzen (und dem angeschlossen: der ganze andere, lebenserhaltende Schmodder) fordern ihren Tribut. Außerdem sind Homepage-Blog-Verschnitte ja sowieso nicht mehr modern. Man twittert und instagrammt ja nur noch. Mach ich beides nicht, ich habe nämlich Angst, dann plötzlich von den Medien zitiert zu werden. Irgendwie finde ich das immer sehr merkwürdig, wenn ich Auto fahre und dann dort in den Nachrichten sowas höre wie:

„Peer Steinbrück verkündete über Twitter, er habe sich jetzt rotes Toilettenpapier gekauft, um sich auf den Wahlkampf vorzubereiten“, quasi dass journalistische Recherche soviel darauf basiert, Twitteraccounts irgendwelche Politiker im Auge zu behalten. Naja, what ever. Ich kann ja Radio ausmachen und CD an. Womit wir beim Thema wären. Mir ist neulich nämlich mal wieder aufgefallen, wie schwer es mir fällt in Smalltalk-Konversationen darauf zu antworten, was ich eigentlich für Musik höre. Meistens druckse ich dann rum oder erzähle von der letzten Platte, die ich mir gekauft habe. Aber irgendwie fühlt sich das nie komplett an. Eine andere Antwort von mir ist, dass ich halt „Hits“ höre. Was dann aber immer falsch verstanden und zugegeben auch nach „Das beste von der 80er90erundNuller-Jahre“ klingt. Ich kann mich aber eben nicht auf eine Musikrichtung festlegen, warum auch? Es ist eigentlich so, dass ich möglichst monatlich (was aber utopisch ist, quartalsweise wäre schon optimistisch) ein neues Mixtape fürs Auto zurecht bastel. Naja, und jetzt hab ich gedacht, dass ich mein aktuelles Oktober-Mixtape einfach mal auf Mixcloud hochlade um in Smalltalk-Gesprächen einfach den Link aufsagen zu können. Und nun ist das Mixtape hier. Es ist dafür gedacht, es sehr laut zu hören. Ich denke generell, dass Musik dazu gedacht ist.

 

Blick aus der Schublade by Establishmensch on Mixcloud

 

Und nun dachte ich, ich könnte ja noch ein bisschen zu den anstehenden Projekten erzählen.

Also zu den Dingen, die sowieso immer anliegen, habe ich momentan zwei Hauptaugenmerke:

Das eine ist ein Auftritt zusammen mit Judith Holofernes in Hamburg bei der Musikmesse „Operation Ton“. Die Judith hat nämlich ein Gedichtband namens Du bellst vor dem falschen Baum geschrieben. Das Buch ist voller Gedichte über Tiere und sehr schön illustriert. Der/Die Neugierige kann das einfach googlen, ich hab das vorhin schon bei google books eingescannt gefunden. Meine Aufgabe jedenfalls war es, nun Antwortgedichte aus der Sicht der Tiere zu schreiben, was ich getan hab – in der Tat bin ich heute mit dem letzten fertig geworden. Es ist im Prinzip eine freundschaftliche „Tiere beleidigen Menschen im allgemeinen und Judith Holofernes im speziellen“-Reihe geworden. Ich freue mich hart auf den Abend.

Das andere Dingens, was mich gerade umtreibt, ist das schreiben eines Live-Hörspiels. Es hat schon einen Titel, nämlich: „Das Scheitern an uns selbst und den absurden Vorstellungen, die uns dieAltvorderen überliefern

Uraufgeführt wir das Stück am 12.12.2015 in der Black Box vom Cuba Nova in Münster. Sprechen werden unser amtierender NRW-Poetry Slam-Meister Jason Bartsch, die verruchtstimmige und von mir innig geliebte Melissa Hötger, das rotten flesh better than fresh-Goldkehlchen Anneliese Issmer und der früher mollige, jetzt Muskelprotzige Sascha Wiesbrock.

Das ganze Ding wird vielleicht etwas chaotisch, aber ich sag mal so: Ist doch egal.

So. Ich bin wieder raus. Melde mich BESTIMMT nochmal dieses Jahr hier (trollolololo….)

High Five,

A.

Geschenke, Geschenke!

am by Establishmensch in Allgemein | 2 Kommentare

Ist schon ziemlich nervig, dass man die meisten Geschenke immer nur zu Weihnachten bekommt, weil: Dann ist es kalt.

Ich verteile dieses Wochenende Geschenke, weil es warm ist. Strandlektüre gefällig?

Bis Montag (15.07.) gibt es das Ebook zu „Kuck dir die Tiere an, wie glücklich die immer sind“ für umme!

Und zwar hier.

High Five und schönen Sommer!

Legalize Marihuana, but please do not forget the Straßenverkehrsregelung

am by Establishmensch in Allgemein, Ordnungsland | 1 Kommentar

chillen

Ahoi Freunde!

Wie auf dem Bild oben unschwer zu erkennen ist, hat meine Homepage in letzter Zeit hart gechillt. Sie lag gemütlich auf dem Balkon eines Hochhauses, lies sich aufgrund ihrer Sonnenbrille nicht von der heftigen UV-A und UV-B-Strahlung stören und genoss ihre eigene Existenz. Ich habe herausgefunden, woran es lag: Sie litt ein einer Chilldrüsen-Überfunktion. Mal schauen, ob ich das in Zukunft besser in den Griff bekomme.

Heute möchte ich diese Seite benutzen, um über meine Gedanken zu einem Thema aufzuschreiben, das derzeit auch medial etwas präsenter ist. Es geht um Cannabis und die Überlegungen zur Legalisierung der Droge. Eigentlich geht es mir nur um einen Aspekt, der bei der öffentlichen Diskussion zum Thema wenig bis gar nicht berücksichtigt wird.

Zunächst zwei Dinge in kurz vorweg: Erstens kiffe ich selbst überhaupt nicht, zweitens bin ich vollständig für eine Legalisierung.

Die Gründe, die für eine Legalisierung sprechen, sind vielfältig und sollten den meisten bekannt sein. Um sich ihrer selbst kurz noch einmal bewusst zu werden, sollten eigentlich diese Stichpunkte ausreichen: 1. Selbstbestimmung  (Recht auf Rausch) / 2. verlorener Drogenkrieg / 3. niedrigere Gesundheitsschäden durch kontrollierten Anbau / 4. Entlastung von Polizei und Gerichten bei gleichzeitiger / 5. Entkriminalisierung von circa 25% der Bevölkerung dieses Landes , da/ 6. eine längst eine kulturelle Integration von Cannabis stattgefunden hat.

Für mich steht absolut außer Frage, dass die Legalisierung von Cannabis nicht mehr allzu fern ist. Was ich aber dringend im Zuge dessen geregelt gewusst haben möchte ist die Frage nach Cannabis-Konsum und Straßenverkehr. Selbstverständlich werde ich, sollte es zu einer Legalisierung in Deutschland kommen, zwei drei Mal im Jahr in der richtigen Situation eine Tüte rauchen. Was ich dann aber ganz exakt wissen will ist, wie lange ich dann zu warten habe, bis ich ohne Angst vor Repression wieder einen PKW betreiben darf. Immerhin werde ich ständig mit meinem Auto angehalten (siehe hier). Seit dem Post musste ich noch VIER Drogentests im Straßenverkehr machen (zwei Mal merkwürdigerweise an irgendwelchen christlichen Feiertagen, einmal beim Überfahren der Deutsch-Belgischen Grenze, einmal auf dem Weg von einem Festival nach hause). Die Ergebnisse natürlich immer negativ.

In Colorado, einem der Legal-Rauchen-Staaten der USA liegt die Fahrtüchtigkeitsgrenze bei fünf Nanogramm THC pro Milliliter Blut, was sehr fortschrittlich ist, wie ich finde. Und das in einem Land, in dem sich Mineralwasser Tafelwasser re-mineralisiertes, destilliertes Wasser mit folgendem Aufdruck verkaufen lässt:

 

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In diesem Sinne:

High Five!

 

 

Back zu der Fjutscha / Neue Fietschas / Ära of Beleidiging

am by Establishmensch in Allgemein | 3 Kommentare

reparaturhead

 

Jucheisassa, da bin ich wieder! Back im Homepage-Game. Nun mag die eine oder der andere sich vielleicht fragen: „Oi wej? Was nur war da vorgefalltet? Mischirrrr! Mischirrrr*“

Nun, genau sagen kann ich es eigentlich nicht. Die Sache ist wohl, dass es den Webspace, auf dem meine Seite lag, einfach aufgehört hat zu existieren. Da es aber auch seit 2007 (so lange eben wie es establishmensch.de gibt) nicht mein eigener Webspace war, konnte ich daran nichts ändern. Zudem konnte ich nicht mal auf einen anderen Ort umleiten, da mir die Domain establishmensch.de gar nicht gehörte, die hat damals die Person mit dem Webspace für mich angemeldet. Eben jene Person konnte ich auch auf keinem der üblichen Kommunikationswege erreichen. Nun hab ich es aber geschafft, die Domain zu kapern (darüber hinaus noch establishmensch.com und andystrauss.de, unter denen diese Seite jetzt auch zu erreichen ist). Der Inhalt der Seite war aber verloren. Zum Glück gibt es archive.org. Soweit es ging hab ich da über die Wayback-Maschine die alten Beiträge wieder zusammen gesammelt und hier als wieder eingefügt. Nicht alles zwar, einige Dinge waren vollständig hinüber oder zu kompliziert zu rekonstruieren, aber da wir ja sowieso lieber in die Gegenwart und Zukunft schauen, ist das schon irgendwie okay.

Außerdem war der Totalausfall meiner Seite ein bisschen auch Glücksgriff, denn die Rekonstruktion gab mir Anlass, mich mal wieder mit meinem Herzensfreund und Universalgenie Tom Feuer zusammenzusetzen. Er hat quasi den ganzen Wust wieder neu Aufgesetzt und darüber hinaus die Dinge beseitigt, die mich vorher so gestört haben. Endlich kann ich wieder Soundcloud-Dinge so einfügen, dass sie nicht scheiße aussehen. Es gibt einen Funktionieren Kalender. Schau unter Termine nach. Außerdem gibt es da rechts ein Widget, wo man die nächsten fünf Termine direkt sehen kann. Whooohoo! Und zu guter letzt ist die Seite jetzt auch responsive für mobile devices, was auch immer das bedeuten mag. Aber mag kommt ja von mögen, und responsitivity mag ich. Auch bei Steinen, wenn die auf Fragen Antworten, dann finde ich das sehr höflich.

Auch sehr höflich finde ich meine Lieblings-Elektropunk-Band Kommando Zurueck. Denn sie nimmt mich mit auf Tour. Oder nehme ich sie mit auf Tour? Ist ja auch egal. Jedenfalls werden wir uns acht Tage lang gemeinsam in den Arm nehmen. Sänger Jan und ich haben heute ein Plakat dafür gebastelt. Da stehen auch die Termine drauf. Oder halt im Kalender. Aber schau mal:

Kommando-Andy-Tour-web

Okay, ein Termin fehlt noch. Wir sind da auf der Suche nach einem Ort zwischen Kassel und Berlin, also sowas wie Braunschweig/Hildesheim/Hannover/Helmstedt. Mal gucken. Wenn wir was gefunden haben, wird es im KALENDER stehen. KALENDER. Und da ich jetzt auch wieder Soundcloud-Dinge ordentlich einbauen kann hier ein Brett von der aktuellen EP der Kommando-Lümmel:

 

Wo wir gerade bei höflich waren: Nicht sehr höflich sind Beleidigungen. Ich beleidige ja mittlerweile seit fünf Jahren Denkmäler all überall und immer mal wieder gab es Diskussionen darüber, ob das nun Kunst sei oder nicht. Diese Diskussion sollte nun zu Ende sein, denn meine Denkmälerbeleidigungs-Videos wurden in einer großen Ausstellung (RTFM / Read the fucking Manual)  in der Ausstellungshalle Münsters, nämlich der Kunsthalle Münster im Speicher 2 gezeigt. Einen Monat lang. Alle nacheinander. In sehr laut. Kunst ist ja immer eine Art Zuschreibungsprozess, sprich: Kunst wird erst zu Kunst, wenn Leute sagen, dass es Kunst ist.  Und wenn meinen Videos nun zugeschrieben wird, dass sie Kunst sind, dann schmunzel ich leise und lehne mich stolz zurück. Durch das Ausstellen der Videos wird ihnen aber im Prinzip ja auch ein Denkmal geschaffen, wenn auch nur temporär. Und wenn einer Arbeit über das Beleidigen von Denkmälern ein Denkmal gesetzt wird, dann ist doch klar, was damit geschehen muss. Nämlich dieses hier:

 

 

Auf den Denkmal-Beleidigungs-Zug (ich stelle mir gerade einen Zug vor, der wahllos irgendwo entgleist um sich vor einem Denkmal aufzubauen und es dann anzubrüllen) sind ja bisher relativ wenige Leute aufgesprungen. Irgendwann waren da mal so zwei Jungs, die Brücken und und den dicken Ben in London beleidigt haben (ich kann mich aber nicht mehr genau erinnern) und irgendwann war da noch ein Punker aus Österreich, der sein privates Mobiliar anbrüllte (ich kann mich auch nicht mehr so genau erinnern) – und es war mir jeweils eine Wonne, ihre Ambitionen genießen zu dürfen. Nun aber hat ein neuer Player das Beleidigungsgame geentert.

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Sein Name ist Mias und er ist ein wilder Kotburschi aus Bochum. Kotburschi sage ich, weil er Teil des Kotburschi-Kollektivs ist. Was genau das ist… naja… möge man sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Oder eine Suchmaschine benutzen. Außerdem ist er Teil des Künstlerduos Kill the Dinosaur und Teil von Cyber Guti. Mias jedenfalls hat mit einer Video-Reihe angefangen. Sie heißt „Andy Strauß beleidigen“.

Drei Mal ist es ihm bisher gelungen. Das erste Video hat er mit Ansage in meiner Wohnung gemacht, bei den nächsten beiden Malen hat er mich auf kaltem Fuß erwischt, indem er mich in einem Restaurant und auf der Bühne im domicil Dortmund heimsuchte. Mir selbst gefällt das ganze ziemlich gut. Erstens fühle ich mich dadurch ein bisschen wie ein Denkmal für mich selbst, was mir wiederum erklärt, warum ich oft so unzufrieden mit mir selbst bin, dass ich mich selbst beleidige. Zweitens finde ich es unglaublich süß, wie lieb sich Mias nach dem Beleidigen immer bei mir entschuldigt und sagt, dass alle Worte nicht persönlich sind, sondern lediglich für die Kunst. Fuck. Ich habe gerade Angst, zu einem Kunstblog zu werden. Damit Mias Videos aber Kunst werden, muss erst der Zuschreibungsprozess beginnen. Ich fange mal damit an: Die Videos sind Kunst. Hier ist eines davon:

 

 

Da man aber ja nicht immer nur beleidigen kann – und einige Denkmäler auch nicht wirklich beleidigenswert sind (LÜÜÜGEEEE!!! Eigentlich sind alle Denkmäler beleidigenswert!!!), habe ich neulich ein Denkmal neu vertont. Hier:

 

 

Aber genug zu Video, nochmal kurz ein Ausblick in anderer Sache. Nach langer Buchschreibabstinenz habe ich jetzt endlich meinen Ansatz für mein nächstes Baby gefunden. Es geht wieder ein bisschen back to the roots, also mehr in die Richtung meiner Frühlinge (ja, dieses Wort ist ein Teekesselchen) Albträumer und Establishmensch, also ineinander verwobene Kurzgeschichten. Bisher liebe ich, was da passiert. Lieben mit Abscheu. Ein bisschen Wut rauslassen. Über mich selbst, das Denkmal meiner selbst – und vor allem über all die vielen Fuckpersonen. Neulich wollte mich zum Beispiel ein älterer Herr auf dem Wochenmarkt in Münster verprügeln. Ohne Lüg. Er stand in einer Schlange vor einem Kartoffelpufferstand. Die Schlange blockierte aufgrund des Hochbetriebes einen der Marktständegänge und ich fragte in normalem Ton, ob ich mal vorbei könne. Er sagte: „NEINNN“, und es klang, als würde er dabei noch ein stummes R rollen. Ich war relativ perplex und wollte trotzdem vor ihm lang gehen, da tat er noch einen Schritt nach vorne und blockierte mich vollends. Ich fluchte ihn ein Arschloch und ging drei Personen hinter ihm lang. Dann rannte er mir mit erhobener Faust hinterher. Kein Scheiß! Solche Leute gibt es. Ich deeskalierte ohne unterwürfig oder entschuldigend zu werden. Schlagen werde ich ihn in meinem kommenden Buch und das nicht zu knapp.

So. Das war’s für heute. Ich freue mich, wieder da zu sein.

High5,

Andy

*=Mischirrrr ist eine außerirdischer Ausruf des Schreckens. Quelle: Schlupp vom grünen Stern@Augsburger Puppenkiste

Wiederaufbau…

am by Establishmensch in Allgemein | Kommentieren?  

Huhu!

Die Seite war ja eine Weile off, außerdem der ganze Inhalt verloren. Ich versuche gerade, über archive.org zu retten, was an Backlist zu retten ist. Aber dafür gibt es jetzt endlich einen funktionierenden Kalender 🙂

Melde mich dann morgen nochmal, dann sollte ich durch sein…

vermutlich bald offizieller überholspurpirat

am by Establishmensch in Allgemein | 1 Kommentar

ueberhol

Hey ho!

Mich mal wieder länger hier nicht blicken lassen. Aber das Leben… Die Zeit rennt unaufhaltsam, es ist schon der 20. Juni! Völlig wahnsinnig. Aber jetzt gerade möchte ich kurz etwas über gestern erzählen, da war ich nämlich bei der Hannoveraner Lesebühne “Überholspurpiraten“, die von Henning Chadde und Christian “Sölti” Sölter alle drei Monate in der Faust abgehalten wird. Beide sind etwas ältere Punkherrschaften, die ich, seit ich sie kenne, sehr gerne mag. Gestern saß ich in ihrer Mitte und wir lasen über verschiedene Dinge vor. Es gibt bei der Lesebühne die Kategorie “Dichterey auf Zuruf“, bei der alle drei Lesenden vom Publikum drei Worte bekommen um dann in sechs Minuten ein Gedicht daraus zu basteln. Meine Begriffe waren:

1. Gefängniszelle
2. Zurkuspferd
3. Pediküre

Folgendes Gedicht bastelte ich:

Hungrig war ich eines Tages
und am Feiertage lag es
denn die Läden war’n geschlossen
frei hatten Verkaufsgenössen
Nahrungserwerb war unmöglich
sagt ich’s anders – ja dann lög ich

Um vom Knaster abzulenken
tat ich mir was gutes denken
gab für meine Starallüre
mir ne herbe Pediküre
doch vom saubren Fuß allein
wollt der Bauch nicht glücklich sein

Ich beschloss dann für den Magen
selber mir ein Tier zu jagen
schnell fand ich, was ich begehrt
lecker stand das Zirkuspferd
welches ich mit schnellen schnitten
als es auf mich zugeritten
kam
auseinander nahm

Doch was sah ich? Babylon!
Blau blinkten die lichter schon
und wegen selbstgeschnitzer Frikadelle
sizt ich jetzt in Gefängniszelle
einsam zwar und ungewohnt
doch satt, dann hat sichs doch gelohnt.

Eine andere Kategorie der Lesebühne dort lautet: “Einmal Sezierteller, bitte!” Jeder Teilnehmer muss im Vorfeld eine Kolumne schreiben. Jene, die ich geschrieben habe, möchte ich hier veröffentlichen, da sie ziemlich viel von dem enthält, was ich sowieso in einem Homepageeintrag sagen wollte:

Einmal Sezierteller, bitte. Heute auf dem Sezierteller: Einmal Sezierteller, bitte.

Schon seit heute Morgen vierzehn dreißig versuche ich, etwas sinnvolles für die Kategoire »Einmal Sezierteller bitte« bei der Hannoverschen Lesebühne »Überholspurpiraten« verfassen. Mittlerweile ist es fünf Uhr, mein Büro, sprich: meine Schreibkneipe, hat mich vor die Tür gesetzt um Feierabend feiern zu können und ich muss dieses Dingens hier fertig haben, bevor ich ins Bett gehe, denn wenn ich um Vierzehn Uhr wieder aufstehe, muss ich direkt los und mit meiner Karre nach Hannover bügeln. In der Mail, die mir Henning Chadde, der alte High-Society-Familienvater-Punk meines Herzens dazu geschrieben hat, steht wörtlich, dass es sich um ein Thema handeln soll, dass mir »momentan am Herzen liegt, auf der Seele brennt«, mich »ankotzt«, mich »aufgeilt«. Das ganze soll ich im Kolumnenstyle schreiben.

Natürlich würde ich jetzt gern über irgendwas abhassen, dass mich aktuell hart ankotzt, Verlogenheit in der Politik, die Falschheit oder zumindest Einseitigkeit der meisten Informationen, die in Massenmedien verbreitet werden, die Absurdität des Verhaltens der FIFA und so weiter, aber dann sage ich mir »Hey Andy, du fährst nach Hannover«.

Es soll kein Honig sein, den ich den Hannoveranern um die wohlgeformten Münder schmiere, aber es ist de facto so, dass sich in Hannover mit das intelligenteste Lesungspublikum der Republik aufhält. Selbst die Poetry Slam-Audienzen dort sind noch nicht so sehr durchsetzt von spaßgeilen Dummspießstudenten, die am liebsten mit einem Brett zu einer solchen Veranstaltung kommen, welches sie sich auf die Beine legen, da sie sich bei jeder noch so kleinen Gelegenheit auf die Schenkel klopfen wollen. Und so einem Hannoveraner Publikum muss ich nicht mehr erzählen, wie viel Gelogen wird. Und die FIFA? Come on, ich lese den Text zu einem Zeitpunkt vor, an die irgendein Spiel läuft und die Leute, die nun zuhören, werden schon ihre Gründe haben, lieber zu einer Lesebühne zu gehen.

Bleibt mir bezüglich meines Hasses also eher der private Kosmos. Ich könnte schreiben über den Gesundheitszustand meiner Nerven, über den mittlerweile halbjährigen Verzicht auf Alkohol oder über mein Suchen nach Freiraum, aber all das wäre mir im Prinzip momentan zu intim, weil zu aktuell.

Über Esoterik-Unsinn könnte ich gerade schreiben, weil mir jüngst in einem Gespräch darüber, dass mich momentan der Gerichtsvollzieher wegen ein bisschen Geld ständig heimsucht, ein Typ dazu geraten hat, dass ein Amethyst, also violetter Quarz, unliebsame Menschen fernhält. Funktioniert mit dem Gerichtsvollzieher bestimmt. Wenn der Quarzklotz so groß ist, dass er die komplette Tür versperrt.

Über den Gerichtsvollzieher könnte ich auch schreiben, wenn ich mich über ihn aufregen würde, aber ich finde es sinnlos, sich über etwas aufzuregen, dass man mit ein bisschen Arbeit selbst aus der Welt schaffen könnte – immerhin sind in diesem Falle die Forderungen des Gerichtsvollziehers gerechtfertigt, immerhin schulde ich tatsächlich einem großen PVC-Konzern noch 700 Euro für Luftpolsterfolie – was mich darauf bringt, etwas darüber zu schreiben, was mich aufgeilt:

Luftpolsterschutzfolie! Für mich gibt es derzeit nichts Geileres, als mich bis zum Hals dick darin einzuwickeln und dann mit einem Fahrradhelm von einer Treppe im Amt für Bürgerangelegenheiten zu stürzen. Ursprünglich habe ich das als Protestaktion gegen zu strenge Rauchverbote in Nordrhein-Westfalens Gastronomie gemacht. Es sollte ausdrücken, dass die Menschen schon ganz gut auf sich selbst aufpassen können und man ihnen ihre Freiheit schon lassen sollte, fühlte sich aber so geil an, dass ich es widerholen musste, auch an anderen Orten, auch vollkommen nackt unter der Folie usw.

Eigentlich brauche ich es mittlerweile fast täglich. Und nur, weil ich heute den ganzen Tag damit verplempert habe, darüber nachzudenken, worüber ich in der Kolumne »Einmal Sezierteller, Bitte« schreiben soll, habe ich es heute nicht geschafft, weswegen ich mich gerade wohl am meisten über das Schreiben von Kolummnen für Lesebühnen aufrege, womit im Endeffekt diese Kolumne über das Schreiben einer Kolumne doch noch ihren Zweck erfüllt.

Im Publikum saß Tobi Kunze, ein ganz famoser Poetry Slammer und langjähriger Freund, der zu dieser Kolumne folgende Zeichnung anfertigte:

ploppmann

 

Nachdem die Lesebühne vorbei war, haben wir jedenfalls festgestellt, dass ich ganz gut in die Runde zwischen Chadde und Sölti passe. Jetzt werde ich vermutlich Stammmitglied der Lesebühne werden und damit der offizielle Nachfolger vom hartgeherzten Jan Egge Sedelies, der früher mal dort Stammmitglied war. Ob wir das so machen, entscheiden wir im Laufe der nächsten Woche, aber ich gehe sehr stark davon aus. Dann also alle drei Monate mal Hannover. Schöne Vorstellung.

Ansonsten geht bei mir jetzt die Open-Air-Season und Festival-Saison los, meiner Meinung nach: die schönste Zeit des Jahres.

Morgen starte ich in Münster, wo ich mit Sulaiman Masomi auf dem Big Rig Festival vorlesen werde. Nächste Woche dann: Dienstag Slam auf der Kieler Woche, Donnerstag irgendwo Vorlesen auf Sylt, Freitag zwischen 13 und 14 Uhr auf dem Fusion Festival (Weidendom), Samstag gibbet ein Schranzkonzert in Bochum auf dem We-Trust-Festival und so weiter und so weiter. Ach ja: Meinen letzten Drogentest musste ich in der Nacht vom Pfingstmontag auf Dienstag gegen zwei Uhr machen. Mein Auto war den Beamten aufgefallen, weil es momentan so aussieht:

auto

Bin neulich nämlich mit knapp 190 über Teile eines LKW’s auf der Autobahn gefahren. Da der LKW aus Polen kam, dauert es gerade etwas länger, bis ich Geld von der Versicherung bekomme. Mein dickärschiger, sternloser Benz wird jetzt weg gekommen, da der Schaden als wirtschaftlich total gilt. Nun muss ein neuer her. Ein Paar Festivals werde ich damit aber noch anfahren müssen. Werde versuchen, mal mein Diktiergerät während der folgenden Kontrollen einzuschalten. Glaubt mir ja sonst eh keiner, wie frech ich werden kann…

Apropos frech… Ich schließe meinen Beitrag mit diesem Video:

 

 (ich musste diesen Beitrag nach dem großen Crash rekonstruieren und weiß nicht mehr, welches Video hier war)

 

High Five,

Andy

PS: WOW! GUCK MAL DA! EIN EBER!

And the mächtigen shizzle-winners are

am by Establishmensch in Allgemein | Kommentieren?  

preishead

Einen wunderschönen Tach!

Gestern Nacht um vier habe ich endlich und leider den letzten Teilnehmertext für den “Andy Strauß Preis für angefahrenen Shizzle” gelesen. Endlich, weil einige wirklich dringend auf die Ergebnisse warten und ich den ursprünglichen Verkündigungstermin aufgrund vom Bühnenleben einfach nicht einhalten konnte. Leider, weil da zum Teil sehr abgefahrener Shizzle bei war, der mir beim Lesen heftige Freudenschübe bereitet hat.

Jetzt erstmal etwas zur Transparenz, damit jeder nachvollziehen kann, wie das bei mir abgelaufen ist:

Ein guter, neutraler (Schweizer) Freund von mir hat das Mailpostfach verwaltet, in dem die teilnehmenden Texte gelandet sind. Ich selbst habe das Passwort dafür nicht. Dann hat er mir quasi die ganzen .txt-Dateien geschickt, nachdem er vorher kontrolliert hat, ob sie entweder zu lang sind oder ob im Text der Name des Teilnehmers vermerkt ist. Sollte letzteres der Fall gewesen sein, hat er den Namen aus der .txt gelöscht und mir dann weitergeleitet. Ich habe die 81 Texte jetzt alle Nacheinander gelesen und nach derWicked/Weird/Nice-Skala bewertet. Für jede Kategorie gab es insgesamt bis zu 10 Punkte. Zuletzt gab es noch eine Spalte für Minuspunkte nach persönlichem Gusto, die ich allerdings erst heute morgen benutzt habe, als ich feststellte, dass Platz 1-7 alle die selbe Punktzahl hatten. Sechs der allerbesten habe ich heute noch einmal gelesen, wobei der erste für mich nämlich schon fest stand, da er mir einfach so nachhaltig im Kopf geblieben ist. Nachdem ich also meine Sieger hatte, ließ ich mir gerade vom neutralen Freund die Tabelle schicken, in der verzeichnet ist, welcher Text von wem kommt. So war das Prozedere. Das ganze war ein ziemlicher Berg Arbeit. Aber geil. Die Gewinner werden jetzt, während ich das schreibe, gleichzeitig von mir per Mail informiert. Multitask-King.

Moment. Trommelwirbel. Ich fange Rückwärts an.

Platz 3 geht an Mariya Kozachenko für einen etwas sehr dubioses. Es handelt sich um eine Art… naja… Dingens… Ich kann es nicht genau beschreiben. Ein Gemenge aus youtube-Links, Bibel-Zitaten und Brief-Fetzen und Koordinaten. Hat mich irgendwie überfordert, mir aber auch gefallen. Platz 3 bekommt einen Karton voller Bücher vom unsichtbar Verlag und eine ein bisschen hässliche Urkunde.

Platz 2 geht an Annkathrin Schaefer für ihre Geschichte Kontrolle, in der eine Frau plötzlich aus Wachs besteht und gar nicht weiß, warum. Platz 2 bekommt einen zufälligen, mit Edding bemalten Gegenstand aus meiner Wohnung und eine hässliche Urkunde.

Platz 1 geht an Malte Spindler für eine Geschichte, die mich nachhaltig beeindruckt hat und mir eine Weile nicht aus dem Kopf gegangen ist. Es handelt sich um ein Ferienerlebnis bei einem Onkel in Ostvorpommern, der ziemlich eskaliert und mich vom Stil her an meine Lieblingsautoren (Raymond Caver / Arne Nielsen) erinnert, ohne kopiert zu wirken. Chapeau! Platz 1 bekommt 66666 ungarische Forint ausgezahlt in Schweizer Franken (270 stück) und eine unglaublich hässliche Urkunde.

Einen Sonderpreis in Form von einer weiteren Urkunde und drei Zigaretten geht an Marco Dzebro für unglaublich schöne Formulierungen wie:

“Irgendwo, weit hinten in dem dunklen Raum, bearbeitet einer den Flipper, als ob er meint, er wärs.” / “(Der) Barkeeper, der gestern zwei hatte, von denen einer gereicht hätte.”

 

So. Jetzt sind auch die Benachrichtigungsmails raus.

Wie es jetzt weiter geht:

Habe gerade mit dem Unsichtbar-Verlag wegen einer Anthologie geredet, weil ich von der Shizzleichkeit einiger Texte sehr sehr überzeugt bin. Ich schaue mir die besten jetzt noch mal an und schreibe die Autoren dann an, ob sie Lust haben, mit dem Text in einem kleinen Buch zu erscheinen. Das Buch wäre dann auf 1000 Stück limitiert, das Cover will ich selber Malen. Das wird natürlich etwas dauern. Man muss ja auf Antworten von Menschen warten, die man gerne dabei haben möchte, muss Verträge basteln und so weiter. Gleich werde ich erstmal die Leute noch anschreiben, die ich auf jeden Fall dabei haben will und dann mal gucken.

High Five! Liebe! Butter!

Andy

 

Über funktionen

am by Establishmensch in Allgemein | Kommentieren?  

headerkaputt

Yes yes, jibeedijibedi yes yes yo, meine lieben Sisses and Bros!

Heute möchte ich über Funktionen reden, aber du kannst aufatmen, ich meine damit nicht Funktionen im mathematischen Sinne, sondern im Allgemeinen. Heute stand nämlich der Kurier-Kollege vor meiner Haustür und brachte mir ein wunderschönes Paket. Wunderschön deshalb, weil der Inhalt so heiß ersehnt war. Ich habe nämlich ein neues Mini-Buch gebastelt, von welchem mir mein Verlag heuer einen kleinen Haufen zugeschickt hat. Wenn du den Kram hier schon länger verfolgst, dann wirst du wissen, dass ich schon mal ein solches mit dem Titel “Home is where mein Fisch ist” gemacht habe, welches dann aber verboten wurde (es gab eine Unterlassungsklage vom Carlsen Verlag gegen meinen Verlag, weil sie für ihre Pixi-Bücher einen Gebrauchsmusterschutz angemeldet haben und das Format meines Buches dem zu ähnlich war… In dem buch gab es übrigens zwei Fotos von meinem Penis, der in dem Buch einen Taxifahrer spielte, aber das war erlaubt,…)

Dieses Buch nun ist größer als das alte Minibuch – genau so viel größer, dass es nicht unterlassungsverklagt werden kann. Es ist unglaublich persönlich geworden und behandelt auf 21 chaotisch-bunten Seiten wie ich zu meinem eigenem Befinden stehe – oder eben auch nicht, zumindest glaube ich sowas… Also Leute, die mich sehr gut kennen, sagen das zumindest. Ich selbst steig da nicht wirklich durch. Vielleicht ist es auch so persönlich und an mich gekoppelt, dass man da als Außenstehender gar nichts mit anfangen kann, ich weiß es wirklich nicht. Aber, und hier zitiere ich meinen Geistesgenossen Einmannjan: “Und ich weiß, es ist kein schönes Lied, aber wenn’s Dir nicht gefällt, dann hör nur auf die Musik”, in diesem Fall: kann man sich einfach die Bilder noch schön anschauen.

Das Buch ist definitiv ein Konzeptbuch. Es ist so gemacht, dass man es sich nicht wirklich anschauen kann, wenn man nicht im Tageslicht ist. Es muss hell sein zum gucken. Wenn man es sich nur im dunkeln anschaut, dann sitzt man davor wie ich vor diesen dämlichen 3D-Bildern, auf denen ich nur Gekrüssel sehen kann. Also es ist mit diesem Büchlein kompliziert. Wenn du es selbst ausprobieren möchtest, kannst du es dir für schlanke 4 Euro bei meinen Verlag unter diesem Link besorgen. Hier ist mal eine Seite aus dem Buch, die sich relativ gut lesen lässt (weil sie eine der nicht-handschriftlichen Seiten ist):

Ja, mit Ball und alles...

 

Mehr möchte ich über das Buch auch gar nicht sagen. Ich glaube, es soll einen eigenen Eindruck machenund wenn es das schafft, dann freue ich mich (auch wenn ich es ja wahrscheinlich gar nicht mitbekomme). Lieber möchte ich noch über andere Funktionen reden, die mir gerade aufgefallen sind. Zum Beispiel die erweiterte Funktion von Porto, die nebst ihrer eigentlichen als Briefbeföderungswährung gerade für mich noch eine ganz andere aufwies, nämlich als Minigeschichtenerzähler:

lachskohl

 

Und dann möchte ich noch mit einer nahezu fürchterlichen Fehlfunktion des Bahnhofes Bad Salzuflens schließen, wo harmlose Kurgäste zu den anscheinend zu den gröbsten Wutbürgern wurden. Ich kann mir richtig vorstellen, wie eine greise alte Dame, die wegen ihrer schweren Bronchien in diesem wundervollenKurort zu Gast war, kurz vor ihrer Abreise am Gleis steht und schmächlich einen Abort vermisst. Richtig wütend wird sie, so wütend, dass sie ihren Edding aus ihrer Handtasche holt (dessen Schnüffelbarkeit auch der Grund für ihre schweren Bronchien ist) um dann diese Wüsten Worte an die Bahnhofshintertür zu vandalieren:

Bad-Salzufflen-Bahnhof

Gut so! Auch Kurgäste haben ein Recht auf Meinungsäußerung. Oder mit anderen Worten: lol, u fail.

So. Jetzt bin ich raus für heute. Aber ich stelle hier noch ein Video rein, welches Dich ermuntern soll, am 20. März ins Thalia Theater in Hamburg zu kommen, wo ich in den Kategorien Text / Song / Film gegen Sebastian 23 antrete. Ich finde das Video sehr ästhetisch und werde den “Andy Strauß Productions”-Teil jetzt an alle meine Videos anhängen.

gl hf (Gamerslang),

Andy