Musique

I’m no Hustler / Der Erfinder von Comic_sans / CS Homophobia / Duette /

Am by Establishmensch in Allgemein, Musique, Tourbericht, Weisheiten | 7 Kommentare

Liebe Artverwandte!

Ich komme gerade von einem äußerst dubiosen Versammlung zurück, nämlich der Internationalen Kulturbörse in Freiburg, wobei ich “Internationalen” groß geschrieben habe, da ich denke, dass es sich um einen Eigennamen handelt, was ich nur erwähne, da mich dann und wann Leute auf Rechtschreibfehler innerhalb meiner Blogeinträge hinweisen. Mir sind diese Rechtschreibfehler eigentlich recht, sie entstehen im Falle des Blogs aufgrund der exorbitanten Geschwindigkeit, mit denen ich diese Beiträge in die Tasten hämmere. So schnell und hart mache ich das, dass häufiger besorgte Nachbarn das Portalgeläut erschallen lassen um zu gucken, ob sie mir eventuell bei Renovierungsarbeiten zur Hand gehen könnten. Da ich mich gerade im Prozess des Schreibens eines Romanes (doppelter Genetiv for the win) befinde, steht glücklicherweise eine Luftmatratze unter meiner Tastatur, welche die Geräusche des Hämmerns (Genitiv, der vom Rechtschreibprogramm als Fehler angezeigt wird) in sanftes Gummiquietschen verwandelt, sodass es hier nicht mehr nach Renovierung sondern nach der unsanften Vergewaltigung einer aufblasbaren Liebespuppe klingt, was ja ganz inspirierend ist, zumal es wieder eine gute Überleitung zur Kulturmesse darstellt.

Bisher war mir nie der Gedanke gekommen, eine Börse mit Kultur in Verbindung zu bringen. Moritz Neumeier bezeichnete die Messe als “Fleischschau für Veranstalter”, womit er etymologisch auch gar nicht so verkehrt ist, wenn man im Hinterkopf behält. dass das Wort Börse vom altgriechischen ????? kommt, was soviel wie abgezogene Tierhaut, bedeutet. Auf der Kulturbörse wird die abgezogene Tierhaut von Künstlern herumgezeigt und zur Miete angeboten, es wird gehustled was das Zeug hält, allerhand Visitenkarten wandern von Hand zu Hand, um ihre Visite in mit anderen Karten prall gefüllten Hosentaschen anzutreten. Ich fand das alles enorm merkwürdig und hatte ein ungutes Gefühl, da ich, so sehr ich mich anstrenge, kein Hustler bin und vor allem nicht geschäftsmäßig Lächeln kann. Okay, vielleicht kann ich, wenn ich mich anstrengende, doch ein Hustler sein, aber meine jesamte Innerlischkeit sträubt sich dagegen, derlei Anstrengungen zu unternehmen. Dennoch hatte das ganze Gemurpse ein Paar positive Aspekte. Ich traf viele Freunde, Torsten Sträter schenkte mir einen Hut sowie gute Ratschläge und in Freiburg schien die Sonne. Außerdem machte ich zwei Fotos, die es mir Wert sind, sie mit euch zu teilen

Das erste Zeigt einen Plakatständer in einem Eingangsbereich:

plakat

Ein wunderschöner Plakatständer, der das Erste Gebot für sich neu zu interpretieren haben scheint: “Ich bin der Chef, dein Plakatständer, du sollst keine anderen Plakatständer neben mir haben!” Vielleicht schreibe ich ein Buch mit dem Titel: “An diesem Ort sind Bücher verboten. Bücher werden entfernt.” Es wäre dann sein sehr einsames Buch, aber es bestünde auch nicht die Gefahr, dass es neben einem Buch von Boris Becker Platz nehmen müsste (obwohl Buch hier ja eigentlich ein zu starkes Wort ist und bedrucktes Papiergebinde es besser träfe).

Das zweite Bild, welches in anreichen möchte, ist ein Plakat meiner sehr geschätzten Kollegin Etta Streicher. Sieh her (veraltet für “Guckst du hier”):

ich_esse_eine_AxtWahrscheinlich ist das gerade mein Privathumor, aber ich finde, Etta sollte mit ihrer Tour an Freund Patrick Salmens Erfolg mit “Ich habe eine Axt” anknüpfen und ihr Programm “Ich esse deine Axt” nennen. Und wenn diese Tour ein Erfolg wird, sollte sie für die Folgetour ein Foto nehmen, auf dem viele Sägespäne und der stählerne Schlagkopf der Axt in einer Toilettenschüssel liegen. Vielleicht mit dem Titel “Halb verdaut, weil schlecht gekaut“. Wahrscheinlicher aber sollte ich mit den Versuchen, andere Künstler beraten zu wollen, aufhören, vor allem, wenn sie ohnehin schon so zauberhaft sind, wie eben Etta. 

So. Zurück in die echte Welt. Eine bezaubernde Geheimagentin hat mir ein altes edition suhrkamp-Buch von 1976 zugespielt. In diesem Buch wurde in einem sehr versteckten Winkel einer sehr alten Kneipe gefunden und enthielt einen zusammengefalteten Zeitungsartikel von 1978, was mich dazu veranlasst, das Alter des Buches nicht in Frage zu stellen. Hier kurz ein Foto vom Buch, danach meine daraus gewonnene Erkenntnis:

witzig

Wie wir sehen können, wurde der Buchtitel mit nachträglich mit dem Wort “WITZIG” von Hand beschriftet. Wenn wir die Schrift genauer betrachten, dann hat sie eine verblüffende Ähnlichkeit mit der wahlweise perversen oder postironischen Schriftart Comic_Sans_MS, und das weit bevor es diese Schriftart gab. Dieses legt die Vermutung nah, dass es sich beim Beschrifter um den Erfinder jener Schriftart handelt, weswegen wir jetzt sagen können, dass der Erfinder dieses Typo-Verbrechens definitiv einen merkwürdigen Humor hat, immerhin findet er Weltmarkt, Wirtschaftsrecht und Nationalstaat witzig. Etwas anderes hätte ich nicht erwartet und freue mich, es durch dieses Schriftstück bestätigt zu wissen.

Weiter im Text. Wie im letzten Eintrag bereits erwähnt, bin ich derzeit immer komplett nüchtern unterwegs. Eines der Probleme, die man als vieldenkender Mensch dann hat, ist, dass man seinen Kopf nicht mehr ausgeschaltet bekommt und fast ständig seinen eigenen Gedanken ausgeliefert ist. George Orwell hat ja bereits gesagt, dass ein anständiger Vollrausch wie ein Urlaub fürs Gehirn wäre. Um dennoch zwischendurch meinen Kopf ein bisschen abzuschalten, spiele ich zurzeit vermehrt Counter-Strike Global Offensive. Mir gefällt dabei sehr gut die Mischung aus Feingefühl-Notwendigkeit und Teamplay-Notwendigkeit. Für ein gutes Teamplay ist natürlich Kommunikation notwendig, entweder per Chat oder besser: per Mikrofon. Was mich dann aber häufig ist, dass immer wieder mal gay oder schwul als Schimpfwort fällt, was mich dazu veranlasste zu denken, dass auf den Servern viele Homophobe Menschen befinden. Jetzt gibt es zum seit neustem die Möglichkeit, seine Waffen mit einem Namensschild umzubenennen. Ich habe meine P90 (ein mittelschweres Maschinengewehr, welches ich häufig benutze, wenn ich nicht genügend Geld für eine M4A4 oder AK47 habe) jetzt in “Jizz in ya Face” unbenannt. Diese Waffe hat bei mir ein StatTrak-Feature, bedeutet, es zählt mit, wenn ich damit jemanden töte. Hier kurz ein Bild:

jizz

Wenn ich mit diesem Gerät jetzt einen Gegner erschossen habe, wird ihm Angezeigt: “Establishmensch killd you with jiZz_in_ya_face“. Bisher habe ich 626 potentiell homophobe Personen mit Sperma ins Gesicht getötet, natürlich nur digital, aber immerhin ein gutes Statement.

Wir nähern uns dem Ende, aber zwei Sachen noch. Ich möchte nämlich mein Lieblingsliebeslied teilen. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich das schon mal gemacht hab, aber wenn ja, dann ist mir das egal. Erstmal hier:

 

 

 

Warum mir das Lied so gut gefällt? Naja, es hat eine positive Ausstrahlung, ist nicht zu glatt, enthält die Formulierung “Sie bauern ihre Welt in Mauern der Moral” und befindet sich auf einem absolut essentiellem Album, welches in keiner Plattensammlung fehlen sollte (wie im Video zu sehen: Punkrock von den goldenen Zitronen). Außerdem ist es ein Duett und ich liebe es (warum auch immer) wenn ein Mann und eine Frau gleichzeitig verschiedene Dinge singen. Anderes Beispiel für geniale Duette dieser Art ist folgendes Lieblingslied:

 

 

 

Wenn noch jemand fantastische Duette dieser Art kennt, dann freue ich mich über einen Kommentar. Ansonsten noch als letztes:

1. Die Bewerbungsfrist für den Literaturpreis läuft noch

2. Mein Polizeiartikel wird in gedruckt in der Februarausgabe der graswurzel revolution zu finden sein!

 

Love!

Der Not-Hustler

 

Der Party nicht gedient, dafür Arm in Arm mit Bela B. und anderen der Party gedient

Am by Establishmensch in Musique, Ordnungsland | 2 Kommentare

Liebe Bezugsgruppe!

Heute kurz zu zwei Dingen Stellung bezogen. Zunächst das deine: Jüngst meckerte ich nächtlich auf facebook darüber, von den Türstehern des Hauses 73 nicht eingelassen worden zu sein, wo ein SlamkollegInnen, mit denen ich zuvor im Ernst-Deutsch-Theater aufgetreten war, nebst Anhang auf mich warteten. Es gibt im Prinzip zwei Gründe, in Lokale nicht eingelassen zu werden: Unpassendes Äußeres oder “zu besoffen”. Den letzten Grund kann ich zeitweise verstehen. Eine Person, die sich zum Beispiel noch vor einem Vergnügungslokal in Sichtweite der TürsteherInnen übergibt und dann in deren Richtung wankt ist vielleicht nicht wirklich dazu geeignet, sich im inneren des Ladens aufzuhalten. Ich aber kann mit guten Gewissens behaupten, mein letztes Schnapsgetränk am 5. Dezember letzten Jahres zu mir genommen zu haben. Seit dem mache ich eine selbstverordnete Körper- und Kopfregenerationspause. Bleibt also nur Punkt eins: Unpassendes Äußeres. Hier ein Protokoll meiner für den Türsteher sichtbaren Kleidung in Bildform:

 

klamottusdelikti

Zunächst muss ich sagen, dass ich mir für gewöhnlich nichts daraus mache, wenn ich irgendwo wegen Optik nicht reinkomme. Erstens kommt es selten vor, weil ich solche Lokalitäten an sich meide und wenn es, zweitens, doch mal vorkommt, dann bin ich mir sicher, in einen Club nicht zu wollen, der einen Typen wie mich nicht will – denn dann wollen die auch keine andren Typen wie mich, und mit wem soll ich mich dann unterhalten? Bei Haus73 war das aber einfach eine andere Sache. Ich bin dort mindestens fünf Mal beim Slam-The-Pony aufgetreten, hatte dort eine sehr schöne Solo-Lesung, spielte dort ein doomed-Zau-Konzert, eröffnete dort einen Rap-Slam und nicht zuletzt war das Haus73 während der Slam-Meisterschaften 2011 unser Festivalzentrum.

Zum eigentlichen Hergang: Die oben angesprochenen KollegInnen waren schon unten im Haus73, ich war noch ein bisschen in der Superbude zum Telefonieren und weil ich eigentlich vorhatte, zwei Stündchen zu schlafen um dann eventuell schon wieder nach Münster zu fahren. Manchmal brauch man halt zuhause. Da ich nun aber nicht schlafen konnte (zwei Uhr ist keine Zeit für mich) und wegen der massiven Präsenz von Polizeiwannen im erfundenen Gefahrengebiet Schanze (also ich habe 14 Polizeiwannen gezählt, die ständig Autos anhielten) auch nicht fahren wollte (kein Bock auf Polizeikontrollen, siehe hier), bin ich dann den anderen noch ins Haus73 gefolgt, vor dessen Haupteingangstür zwei Türständer standen. Ich grüßte mit “G’n Abend” und wollte an ihnen vorbei gehen, wurde aber zurück gehalten. Folgendes Gespräch, bei dem nur einer der Muskel-Bros sprach, während der andere grimmig grinste:

TS: Du nicht.

Ich: Wie?

TS: Ja nee, passt heute nicht (deutet auf meine Hose).

Ich: Was? (entrüstet)

TS: Ja, nee. Du passt da heute nicht rein.

Ich: Diggi, ich bin hier schon etliche Male als Künstler aufgetreten. Was das Problem?

TS: Ja, nee, heut nich. Kunst ist da oben, da hab ich nichts mit zu tun.

Perplex ging ich dann ein Stück an die Seite und klopfte gegen die Schaufensterscheibe des Ladens, hinter der in Sichtweite mein Rudel saß. Sebastian 23 sah mich und ich deutete ihm an, kurz rauszukommen. Ich sagte ihm, was Phase ist. Wir beschlossen, dass die Gang noch ihre Getränke leert und wir dann gemeinsam die Lokalität wechseln wollten. Da ich niemanden hetzen wollte, sagte ich, sie könnten sich ruhig Zeit lassen. Irgendwann kam ein freundlicher, sehr muskulöser Typ in grünem Jogginganzug mit gelben Streifen und etlichen Tätowierungen aus dem Laden und fragte mich nach Feuer. Wir quatschten kurz über dies und das. Dann sagte der Türsteher nach einer Weile (ich stand schon mindestens eine viertel Stunde vor der Tür):

TS: Den Typen (deutet auf den Jogging-Muskelmann, der sich einige Meter entfernt hat) seh ich hier jeden Tag, da weiß, dass der in Ordnung ist. Der rennt jeden Tag so rum.

Kurz fühle ich mir leicht geschmeichelt, für gefährlicher als der Muskelmann von zuvor zu gelten. Ich reagiere allerdings nicht auf das, was der Türsteher mir gesagt hat. Wieder einige Minuten später:

TS: Geh rein, Bier trinken!

Ich: Nö, jetzt hab ich auch keine Lust mehr. Was issn das für ne Art?

TS: Ey, das liegt ja nicht an mir. Mein Chef will halt nicht, dass da so Leute wie du rumlaufen (ICH MUSS BETONEN, DASS ER GENAU DAS GESAGT HAT)

Ich: Ja, is mir jetzt auch egal.

Danach kommt meine Peergroup aus dem Haus73 und wir gehen noch gemütlich in die Sofa-Bar bis diese schließt.

DIE UNSUMME

Die 73 ist nicht nur eine Hausnummer, sie steht für Unterschiede, die unter einem Dach zusammen leben. Harmonie ist schön, Vielfalt viel schöner. In der 73 inszenieren Theaterensembles neue Stücke und grölen Fußballfans für alte Vereine, hier spielen zarte Violinen und dröhnen Bass-Beats. Wir würdigen hohes Brauhandwerk und exen am Kickertisch Knollen. Wir lieben feine Backkunst und belegen derbe Stullen. Kultur oder Subkultur? Ja, bitte.

Das oben steht auf der Homepage und wirkt auf mich im Nachhinein wie Realsatire. Im Nachhinein hat sich bei facebook einer der neuen Betreiber des Haus73 gemeldet. Er schreibt, dass es für Abweisungen aufgrund von Äußerlichkeiten definitiv keine Anweisungen gäbe und er diese Form der Türwillkür selbst extrem ätzend fände. Zudem läd er mich im Haus73 mal auf ein Getränk ein um dem ganzen eine zweite Chance zu geben.

Nun steht natürlich Aussage gegen Aussage. Hat der Türsteher gelogen, als er sagte, dass sein Chef keine wie Menschen wie mich in seinem Laden wolle um sein Gesicht zu wahren oder will hat der Betreiber, der von einem durch mich ausgelöstem Shitstorm (irgendwo hörte ich Kotgewitter sei die korrekte Übersetzung, auch wenn ich AA-Tornado auch gut finde) einen Imageschaden von seinem Laden abwenden? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Allerdings ist Hamburg auch groß genug, dass es für mich nicht unbedingt notwendig erscheint, mir ein zweites Bild zu machen, denn echte Subkultur ist in Hamburg trotz Hardcore-Gentifizierung der Schanze (witzig eigentlich, dass man Gentrifizierungsziel#1 zur Gefahrenzone erklärt) noch genügend Orte, für Jogginghosen-Style-Subkultur. Gerne würde ich noch ein Fazit ziehen, aber vielleicht sind dieser erste Teil dieses Beitrags auch Schrammen im Krönchen einer Diva, die sie zu lackieren versucht :-)    (ich benutze ja selten Smilies, aber hier erscheint mir einer sinnvoll).

Nun aber zu etwas erfreulichem. Ich erhielt Ende letzten Jahres eine sehr schöne Anfrage der Band PASCOW, in der es darum ging, einen Beitrag zur Limited Edition ihres neuen Albums “Diene der Party” zu leisten. Das ganze funktionierte so, dass die duften Saarländer Punkerjungs verschiedenen Bandbekannten jeweiels einen Titelnamen des Albums gaben und dieser dann eine Geschichte dazu schreibt, ohne den Song gehört zu haben (mein Titel war Lettre Noire). Nun gibt es ein Veröffentlichungsdatum für die Scheibe und ich kann es kaum erwarten, die Box in meinen Händen zu halten. Für das Büchlein mit den Geschichten welches dabei ist, haben unter anderen Literaturkollegen wie Dirk Bernemann, Jan Off aber auch Deutschpunkgrößen wie Bela B. ihre Feder geschwungen. Ja mann! Bela B.! Ehemaliger Beschäler von Charlotte Roche und im stehen trommelnder Powerzwegen-Vampir! Rrrrrrr…. Vorab angucken und bestellen kann man dat Dingen hier.

Wenn du Pascow nicht kennst, dann hier nochmal mein persönliches Lieblingslied der Kapelle:

 

 

So. Was sonst noch? Ach ja! Mein Literaturpreis ist noch aktuell und sucht noch BewerberInnen und ich habe eine wunderschöne Rezension zu meinem Buch “Kuck dir die Tiere an, wie glücklich die immer sind” in der Titanic bekommen, in der ich mich sehr verstanden fühle und die damit wieder einmal mehr beweist, was für fähige Leute in der dortigen Redaktion sitzen. Zu lesen gibts die in der Januar Print oder, wo du ja gerade eh im Internet bist, auch hier.

High Five,

Andy

Ein sich-selbst-verstehender Beitrag und ein Berg toller Medien

Am by Establishmensch in Allgemein, Dumme Fragen, Musique | 23 Kommentare

kuchn

Ich huste ein Hallo in die Hallen des Herbstes und grüße damit Dich, der Du dieses liest.

Seit meinem letzten Eintrag, der sich mit dem Post-Trauma der Wahlergebnisse beschäftigte, ist wieder viel Zeit vergangen, nämlich etwas mehr als ein ganzer Monat. Ich erkläre mir das so, dass ich nämlich unbedingt einen Eintrag darüber schreiben, wie mein Geburtstag dieses Jahr von statten ging. Den habe ich dieses Jahr in Hamburg gespielt und war so schön, dass es einen sehr langen Eintrag wert gewesen wäre, denn es waren so viele tolle Menschen beteiligt, die ich alle gerne gebührend hätte vorstellen wollen. Das Problem war nun, dass ich im Oktober so unglaublich viel auf Tour war, dass dafür einfach nie Zeit war. Ich denke, dass ich versuchen sollte, eher kleinere Einträge zu schreiben und dafür dann häufiger um den Lesegewohnheiten im Zeitalter des ständigen Lesens von Kommunikationsgeräten gerecht zu werden, mich also beschränken sollte. Aber irgendwie finde ich das ungenüsslich. Man will ja auch selbst Freude beim Verfassen von Blog-Einträgen verspüren. Naja. Heute jedenfalls habe ich mal die Zeit, ein paar Dinge zu zeigen, die mich in letzter Zeit begeistert haben. Und über das Feiern meines Geburtstages werde ich auch berichten. Nehmen sie sich für diesen Beitrag also viel Zeit, denn es wird dazu einen Berg Medien geben, die ich ihnen vor die Augen stellen werde.

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Umgang mit post-wahlenscher Stressverknibbelung

Am by Establishmensch in Musique, politik or what, Prokrastination | Sag was dazu  

Seid gegrüßt, liebe Geistesgesschwister, die ihr auf dieser Seite meinen Gedanken folgt.

Gestern wurde, wie der ein oder die andere von euch bestimmt mitbekommen hat, ein neuer Bundestag gewählt.

Natürlich freue ich mich, dass (wie von vielen Twitter-Dudes formuliert) der Arbeitsvertrag der FDP nicht verlängert wurde und die AfD trotzdem nicht genügend Stimmen für einen Bundestageinzug abgreifen konnte, auch bin ich einigermaßen froh, dass die CDU keine absolute Mehrheit erreichen könnte, trotzdem bin ich mit einem Vier-Parteien-Bundestag ziemlich unzufrieden. Und dann noch CDU als stärkste Kraft.

Ich bin einfach nicht konservativ. Wie Electrocord liebe auch ich das Geräusch von Dingen, die verbrennen. Kann am Status Quo nur wenig finden, welches ich so konservieren will. Das Wahlprogramm der CDU ist in den meisten Positionen konträr zu meinen Wünschen (beim Wahlomat erreichen die CDU und ich ein freundschaftslevel 39,5%).

Jetzt bin ich seit vier Stunden wach. Zunächst sinnierte ich noch über meinen Umgang mit der ganzen Schose. Da ich das ganze ähnlich sehe wie Gott Rocko Schamoni, müsste ich jetzt mit 41,5 Prozent der Wählerinnen Schluss machen.

 

 

Dann habe ich irgendwann erstmal aufgehört zu nörgeln und mich ein bisschen in die Kunst geflüchtet. Ich weiß nicht genau warum, aber zuerst musste ich mir ein bisschen die Bilder Zeichnungen von Blu angucken. Sie erklären mir immer ein bisschen, was in den Köpfen jener los ist, die ich nicht verstehe, wenn auch beizeiten ziemlich plakativ. Über ein Paar Umwege kam ich dann von Blu zu David O’Reilly, der unter anderem eine sehr schöne Folge meiner Lieblingszeichentrick-Serie Adventure Time (und überhaupt: eine Menge unendlich geilen Stuff) gestaltet hat. Der Film, den ich hier präsentieren möchte, hat mir ein bisschen die Last des Morgens von den Schultern genommen und mir ein zufriedenes Lächeln aus dem Kopf gesaugt:

 

 

Besonders die Credits am Ende des Videos haben mich dann gefreut, denn der Film wurde 2010 vom Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Dann ist der Status Quo vielleicht doch nur 777/778 so schlimm wie ich da dachte.

Apropos Kunst. Ich habe Kunst gekauft. Und zwar von Oliver Breitenstein. Wer in Berlin wohnt, wird den Mann kennen, obwohl er in Münster wohnt. Zumindest seinen Kontoauszug. Der hängt nämlich als riesiges Plakat in verschiedenen Ubahnhöfen.

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Oli beschäftigt sich in seinen Werken viel mit dem Zusammenspiel zwischen Gesellschaft und Kunst, der (finanziellen) Situation des Künstlers an sich und der obstruierten Verdummung der Menschen. Oliver vertreit die Dienstleistung, Kunst für andere Menschen anzuschauen, klebt Geldscheine mit Nachrichten in die Welt, kollagiert Räume und treibt allerhand anderen, subversiven Unfug. Derzeit verkauft er unter anderem kleinere und größere Leinwände dieser Art:

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Die preis der Bilder entspricht dem Wert der aufgezählten Dinge. Ich selbst habe mir nur eine kleine Leinwand mit der Aufschrift “1 Tabakkunst” kaufen können. Bzw.: habe ich sie direkt gegen eine große Schachtel der Zigaretten meiner (und gleichzeitig auch seiner) Stamm-Marke getauscht, da ich sie gerade noch im Rucksack hatte. Die Idee jedenfalls finde ich unglaublich gut. Ich hoffe, dass irgend ein Mäzen dem Oliver dereinst eine riesige 2 Weltreisekunst abkauft und er mich dann mitnimmt ;-) Seine Seite besuchen kann man jedenfalls hier: http://www.publicartfactory.de/

Zuletzt noch kostenlose Musik, die gerade in meine Stimmung passt. Sie kommt von zwei Oldenburger Freunden von mir, die ich lange aus den Augen verloren hatte und die sich ANDA nennen. Probiert das mal aus, es hört sich unglaublich gut an -> kostenloses Album!

So. Kopf hoch. Dinge verbrennen.

et voíla, les Beutels sont fini! / bunte Musik und Medienschau

Am by Establishmensch in Allgemein, Denkmäler, Mathe, Musique | 2 Kommentare

headerbeutel

Mal so unter uns Wikinkgertöchtern: Was lange gärt, wird Starkbier!

Die Beutel (siehe hier) sind nun endlich fertig. 49 Save Privacy-Beutel mit eingebautem Reißverschluss. Der letzte Schritt hat ein bisschen gedauert, weil die Näherin, der ich den Auftrag geben wollte, noch im Urlaub war. Es sind übrigens nur 49 statt 50, da während eines Produktionsschrittes einer auf der Strecke geblieben ist. Er hat sich quasi während des ökologischen Transportes von Werkstätte zu Werkstätte in einer Fahrradspeiche verhangen, aber hey! Dann eben 49.

Für die Transparenz der ganzen Aktion hier nochmal alle Schritte nacheinander.

Zunächst hat der Fair-Klamottenladen Grüne Wiese die Beutel für mich bestellt. Es handelt sich um fair/ökologische Beutel der Marke  earth positive.  Als die Beutel dann bei mir lagen, habe ich die Schriftart ausgesucht und den Druck gestaltet. Danach hat Melissa Hötger das von mir erdachte Logo noch mal so gerastert, dass es hübsch siebdruckbar ist und die ganze Zauberei gemacht, die für einen Siebdruck nötig ist (ein riesiges Sieb mit rosa Pampe einschmieren, die rosa Pampe trocknen lassen, eine Folie mit dem Logo bedrucken, die Folie auf die getrocknete rosa Pampe gelegt und das ganze belichtet und dann mit einem Hochdruckreinigerverschnitt [Duschkopf] das Sieb ewig abgespült), dann die Beutel vorgebügelt und den Druck drauf gemacht. Danach habe ich die Farbe mit dem Bügeleisen fixiert und die Beutel zur Schneiderin gefahren (wo dann eben nur noch 49 statt 50 ankamen). Die Schneiderin, die die Reißverschlüsse dann bestellt und eingenäht hat, ist im übrigen Noomi Lösing, die das wundervolle ökofaire Klamottenlabel KnowMe in Münster betreibt. Dort habe ich sie dann heute abgeholt und sie für die Verschickung hier bereit. Wie das genau abläuft erkläre ich in einer Mail an die Leute, die einen Beutel vorbestellt haben. Die anderen werde ich einfach mit auf Tour nehmen. Man kann mir aber auch einfach noch eine Mail schicken um so einen Beutel zu bekommen.

Zum finanziellen. Ich hatte direkt zu beginn einen Preis von 15 Euro pro Beutel angesetzt, wobei jeder Gewinn gespendet wird.

Die Kosten sehen so aus:

Beutelpreis im Einkauf: 1,50 pro Stück, gesamt: 75 Euro

Reißverschlüsse: 71,4 Cent pro Stück + Einnähen (1,19  Euro pro Stück) *49 =93,30 Euro

Das Bedrucken der Beutel hat Melissa uns, weil es eine gute Sache ist, geschenkt! <3

Versand: Ich gehe davon aus, 40 Stück per Post zu verschicken und die anderen 9 mit zu Lesungen nehmen zu können. Ich denke ferner, dass die Beutel als Großbrief für 1,45 durchgehen, also rechnen wir erstmal mit 40*1,45= 58 Euro.

Die Gesamtkosten liegen also bei 226,30. Der Gewinn wird bei 735 Euro liegen, also bleiben zum Spenden 508,70 übrig. Die Spende wird sich nicht an wikileaks direkt wenden (wie Anfangs geplant), sondern an die Wau-Holland-Stiftung. Was die machen, könnt ihr auf deren Seite nachlesen. Zum Privacy Saven auf jeden Fall eine gute Wahl.  Hurra!

So. Das waren jetzt eine ganze Menge zahlen. Zur Belohnung gibt es jetzt noch etwas Unterhaltungs-Zeug.

Zunächst möchte ich kurz von einem Konzert sehen, welchem ich am Samstag beiwohnen durfte. Es handelt sich um Björk, die auf dem Berlin Festival gespielt hat. Zunächst mal ist Björk ja ohnehin schon geil, aber was den Abend so besonders gemacht hat, war eine etwa 7 Meter breite Tesla-Spule, die bei einigen Liedern über der Bühne zu schweben schien und krassen Sound erzeugt hat. Mega. Hier mal ein Video, wie Musik aus einer kleinen Tesla-Spule klingt:

Und jetzt stellt euch das in sowas von übertrieben GROß vor! Nach dem Konzert sah ich dann logischerweise ungefähr so aus:

teslagesicht

Was ich sagen will ist: Wenn du die Chance hast, Björk zu sehen, nutze sie.

Apropos im Gesicht glitzern wie ein Kobold: Ich habe ein neues Denkmal beleidigt. In Münster. Tatsache. Die Stadt in der ich Wohne. Hatte mich das vorher nie wirklich getraut, aber jetzt fand ich das passende Dingens dafür. Es ist eine Denkmälerbelidiung gegen Homophobie geworden. Bittesehr:

Aber weiter zum Thema Musik. Da ist nämlich etwas schreckliches passiert. Nämlich hat die Trashcore Band OVER THE TOP, deren Bühnentänzerin ich eine lange Zeit war, sich aufgelöst!! Schrecklich das alles. Dafür aber gibt es jetzt all deren Alben für umsonst zum runterladen. Nämlich hier. Für immer wird diese Band in meinem Herzen wohnen und den Titel “Hübscheste Picture-Schallplatte Ever” sowieso Innehaben. Hier ein Foto davon:

baerchenwuggi

Ja, sie haben richtig gesehen. Eine Scheibe Gesichtswurst. Die Platte heißt im übrigen auch Fleischplatte.

Weg von gehackstückelten Tieren, hin zu Gehackstückelten reimen. Wen ich unbedingt musikalisch gerade ans Herz legen möchte, ist atomtwist. Wenn du eher auf Rap stehst und mit dem Trashcore von oben nichts anfangen kannst, aber irgendwo in deinem Herzen doch noch ein bisschen Trashcore schlummert, dann bist du damit bestens beraten. Ich jedenfalls bin hiervon uneingeschränkt Fan.

Und zuletzt noch ein kleines Geschenk. Die neue Hörspielfolge von “Na, Prost!” ist nämlich im Kasten und Online. Als Gastsprecherinnen dieses Mal Tine Fetz und BERNADETTE LA HENGST, Alter! Checkste das? Meine unbedeutende, kleine Stimme neben einer weiteren Stil-Ikone von Welt ;-)  Hier der Player (für Ghostly-User: souncloud-blocken ausschalten):

So. In diesem Sinne! Ich gehe jetzt einen Film und meine Memoiren schreiben.

Ha!

 

 

 

Life-Hack gegen Autolangeweile

Am by Establishmensch in Mathe, Musique, Prokrastination, Weisheiten | 2 Kommentare

headautobahn

Kurz ein Danke vorweg. Nämlich für dieses Wochenende. Nicht nur, dass ich zwei unglaublich schöne Auftritte machen konnte (1. Moderation als Pilot auf einem Boot über dem Aa-See, Presseberichte hier und hier und 2. eine richtig schöne Lesung vor 270 fantastischen Leuten in einem Spiegelzelt in Siegen), viel wichtiger für mein Wohlbefinden ist, das an Münster gerade das anders ist, was ich am meisten bemängele: Die Abwesenheit von mir wichtigen Leuten, die irgendwann aus Münster weg gezogen sind. Davon waren nämlich an diesem Wochenende viele in Münster, einige sind immer noch da und essen gerade Frühstück auf meinem Sofa. Danke Welt für diesen Umstand. Ich werde die noch verbliebenen Leute einfach anketten.

Im letzten Artikel habe ich ja geschrieben, wie ich mir Zugfahrten vertreibe. Da ich im Moment aber meistens mit der Karre unterwegs bin und auch dabei gerne spiele, erkläre ich das Autofahrspiel, welches ich mir ausgedacht habe und dem ich derzeit fröne. Ich nenne es Drum-and-Bass-Hero. Es ist eine Art Real-Life-Guitar-Hero, auch wenn das irgendwie schwachsinnig klingt, denn eigentlich ist das Spielen einer Gitarre das echte Real-Life-Guitar-Hero. Meine Autofahrversion jedenfalls funktioniert so:

Zuerst macht man ein Musikstück der Wahl an. Dann konzentriert man sich auf die Schlagzahl des Liedes (BPM) und versucht so zu fahren, dass mit jedem Schlag ein weißer Streifen der Leitlinie unter dem Auto verschwindet. Da ich gerne schnell fahre und deswegen auf Drum-and-Bass angewiesen bin, habe das Spiel danach benannt. Die Zeit jedenfalls vergeht dabei wie im Flug.

Das war mein Beitrag. Für alle, die denken, dass Mathe ein Arschloch sei, ist der Beitrag hier vorbei. Für alle anderen gibt es noch einen kleinen mathematischen Exkurs zu Liedern und den Geschwindigkeiten, die man dazu fahren muss.

Also:

Ein Streifen ist 6 Meter lang, dann gibt es einen Abstand von 12 Meter. Insgesamt verschwindet also alle 18 Meter ein Streifen unter dem Auto.

Nehmen wir jetzt einen Standard-Pop Song mit 120BPM , dann wollen wir in einer Minute 120 Mal 18 Meter, also 2160 Meter pro Minute. Hochgerechnet auf eine Stunde muss man also  129600 Meter pro Stunde, also 129,6 kmh Fahren.

Jede andere Geschwindigkeit errechnen wir also mit der Formel BPM*18*60/1000 oder gekürzt BPM*1,08=Zielgeschwindigkeit

Wenn man also Cheaten und seinen Tempomat auf 190 stellen, muss man genügend Songs mit 175,9 BPM finden, also circa die Mitte der D’n’B-Range, die sich irgendwo zwischen 160 und 190 BPM bewegt.

Als LKW-Fahrer lässt es sich übrigens ganz gut mit HipHop und seinen üblichen 80-100 BPM spielen.

Gute Fahrt!

 

DrogenMusik…

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fusn

Irgendwie passend…

Komme gerade von Fusion Festival wieder und runter und dann erhielt ich eine Nachricht von einer Asja, die etwas in Auftrag gegeben hat.

Ich finde es immer gut, wenn jemand irgendwas mit mir macht, ohne, dass ich es mitbekomme :-)

Hier also ein Lied mit mir drin:

Das Bild oben ist übrigens ein Suchbild. Wo ist Walter. Aber die Biene Walter.

Viel Wasser im Kopf

Am by Establishmensch in Allgemein, fundsachen, Musique, politik or what | 2 Kommentare

Ahoi Menschen und lesefähige Tiere!

Jaja, schimpft ruhig mit mir, hier ist mal wieder lange nichts passiert. Aber es ist auch immer so viel zu denken/schreiben/reisen, dass kaum Zeit für die Homepage blieb. Jetzt gerade sitze ich im Arbeitszimmer von Björn Högsdal in Kiel, habe einen Day-Off zwischen dem gestrigen Auftitt bei der Kieler Woche und dem morgigen auf Sylt (und der anschließenden Reise zum Fusion Festival) und komme endlich mal wieder zum Hompage-tippen. Heute gibt es ein bisschen Bilder zum Gucken.

Zunächst möchte ich mich der dubiosen Wasserpartei widmen, von deren Augsburger Fraktion ich neulich die Wahlplakate abfotografiert habe. Anhand dieser möchte ich versuchen, die Partei zu analysieren. Kommen wir also zum ersten Plakat:

 

wasser1Freiheit und Aquarismus.
Das erste Plakat zeigt einen jungen Burschen in aufreizender Badebekleidung. Der Knabe blickt zurück zum Meer und macht mit den Händen eine mehrdeutige Geste. Was will uns dieses Plakat sagen? Was man wissen muss ist, dass Aquarismus eine Art Religion ist, die fest daran glaubt, alles Leben käme aus dem Meer. Verehrt wird Poseidon als Gott des Wassers, sowie ein dubioses Wesen Namens Aquarius. Ich halte es prinzipiell für dumm, eine Partei zu wählen, die sich auf eine Religion beruft, da ich für die strikte Trennung von Staat und Kirche bin, doch ist es in Deutschland ja eigentlich Volkssport, religiöse Parteien zu wählen (CDU). Freiheit hingegen finde ich gut. Was nun der Knabe mit der Forderung nach Freiheit und Auqarismus zu tun hat, leuchtet mir nicht ganz ein. Wenn du eine Idee hast, lass es mich wissen. Kommen wir zu Bild nummer 2:

wasser2Bademantel statt Biomüsli

Auf diesem Plakat haben Bild und Forderung dann endlich was gemeinsam, denn das Bild zeigt tatsächlich eine Person im Bademantel und kein Biomüsli. Ich vermute, dass die Partei sich mit diesem Partei von den Grünen (contra Biomüsli) und von der FDP (pro Bademantel) abgrenzen will. Dieses Plakat ist der eigentliche Grund aus dem ich begann, die Plakate abzulichten, da ich passionierter Bademantelsammler bin. Einen roten Bademantel habe ich noch nicht, würde den auf dem Plakat aber auch nicht haben wollen, da er a) keine Kaputze hat und b) eine sehr gekrümmte, gollumarige Person beherberg. Einen tieferen Sinn sehe ich in dem Plakat allerdings nicht. Ich möchte weder auf Biomüsli noch auf Bademäntel verzichten.

wasser3Schwänzeln statt Schwärmen

Okay, hier bin ich mir auch nicht ganz sicher. Es zeigt einen nackten Männerhintern, der von behaarten Beinen getragen wird. Vielleicht will die Partei zeigen, dass sie nicht homophob ist, was ja eine gute Eigenschaft wäre. Sie wollen quasi dazu auffordern, dass ein homosexueller Mann, wenn er einen hübschen Männerhintern sieht, nicht von diesem Schwärmen soll, sondern direkt Losschwänzeln sollte. Im Prinzip wäre das aber ja dann nicht zwangläufig bei beiden Personen Konsenz, sodass das Plakat auch als Aufforderung zu sexuellen Übergriffen gewertet werden kann. In Verbindung mit dem jungen Knaben auf Plakat Nummer eins hat die ganze Sache einen sehr üblen Beigeschmack. Vielleicht aber will die Partei auch nur sagen, dass man sich den Arsch rasieren sollte. Wer weiß.

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Ein Vorsitz ganz nah am Wasser

Dieses Plakat habe ich direkt verstanden. Natürlich liegt es nahe, dass der Vorsitz nah am Wasser gebaut ist und somit sehr viel weint. So viel, dass er in ganz schlimmen Monaten schon mal einen See voll bekommt. Aber noch näher liegt, dass die Partei gegen die Geldverschwendung durch Politiker ist. Anstatt in teuren Büros sollten laut Wasserpartei alle PolitikerInnen direkt in der freien Natur arbeiten. Das spart Miet- und Heizkosten. Damit kann ich leben. Mit dem nächsten allerdings überhaupt nicht:wasser5Flußochsen statt Subkulturen

Diese Forderung ist ganz fürchterlich, denn sie beinhaltet, dass alle Menschen gleichförmig daher kommen und für die Abwechslung statt anders denkender Menschen überall Flußochsen hingestellt werden. Als eher subkultureller Mensch möchte ich nicht von einem Flußochsen ersetzt werden. Deswegen Fazit: Keiner weiß so genau. was diese Wasservögel eigentlich wollen. Da sie aber zu sexuellen Übergriffen und zur Gleichförmigkeit aufrufen: Finger weg.

 

Was sonst noch. Ach ja! Eine junge Dame hat einen Teil aus meinem Roman “Kuck dir die Tiere an, wie glücklich die immer sind” wahr gemacht und ist seithier mit einem Tiermotiv aus dem Buch tätowiert! Hier der Beweis:

tierebrust

Dann wollte ich gerade noch einen Künstler vorstellen, der Cartoons macht, die mich umhauen. Sein Name ist Joan Cornella. Das Zeichnung hier unten ist von ihm, geht mal auf seine Homepage

cornella

So. Dann noch zwei Dinge:

Eine neue Episode vom Paul Scheerbart “Na Prost”-Hörspiel  ist fertig! Dieses Mal als Gastleser: Punker-Dreh-und-Angelpunkt Jens Rachut!!!!!111111oneoneone (Dackelblut, Oma Hans, Blumen am Arsch der Hölle, Kommando SonneN Milch….)

Hör mal:

 

Und dann nimmt der Einmannjan gerade neue Songs auf und hat jetzt auch endlich nach 9 Jahren mal eine Homepage. Schaut mal bei ihm vorbei!

So. Nun bin ich wieder raus. Wir gehen nach draußen und schubsen was um. Irgendwas. Einfach so.

 

DIY-Ploppschutz & Behind the scenes…

Am by Establishmensch in Musique | 1 kommentieren

Yo Yo Yo!

Zunächst mal ein kurzer Einblick in den Bau des Theaterstücks, das ich am 1. Februar im Theater im Depot in Dortmund machen werde:

dasSet

Einen großen Teil produziere ich als Hörspiel vor, um den Rest dann in klein live besser Nachspielen zu können. Derzeit sitze ich quasi jeden auftrittsfreien Tag 6 Stunden an diesem immensen Tisch, bastel an neuen Szenen-Bildern und am dazugehörigen Hintergrund-Sound. Und dann kam folgendes:

Eigentlich wollte ich die Aufnahmen meiner Stimme einfach mit meinem Shure SM58 machen. Ich hab da so ein Yamaha-Mischpult, das auch als Soundkarte funktioniert und dem beim kauf eine abgespeckte Cubase-Version beilag. Aber anscheinend ist mir das Shure nach irgend einem Konzert (hatte das immer für Konzerte…) abhanden gekommen. Da ich nun aber mit der Aufnahme meinem Tagesrhythmus entsprechend mitten in der Nacht angefangen habe, konnte ich mir auch nirgendwo eins leihen. Hatte dann erst probiert, alles mit dem Lautsprecher in meinem Laptop aufzunehmen, merkte aber nach zwei Sekunden: geht nicht, Qualität zu mies.

Dann hatte ich die rettende Idee: Einer meiner Synthesizer (Microkorg) hat ein dazugehöriges Kondensator-Mikrofon mit einem kleinen Klinge-Stecker, das genau in meinen Laptop passt. Das hab ich dann da dran getüddelt und dachte: Yeah, dufte. Was dann aber störte war, dass das Mikro so ein Feingeist ist, dass es einfach immer auf scharfe Konsonanten mit Plopp-Geräuschen reagiert. Das Problem habe ich dann mit einer pinken Strumpfhose und dem Kerngehäuse einer Toilettenpapier-Rolle  gelöst, nämlich wie folgt: Über eine eine Rollenseite den abgeschnittenen Fuß der Strumpfhose gespannt, mit Gaffa fixiert – fertig. Das tonabnehmende Kopf des Mikros ist jetzt so in der Rolle, dass er die Pappe nicht berührt und etwa 3cm von der Strumpfhose entfernt ist – voll gut: das Ploppen ist weg, die Rolle schluckt Raumgeräusche und macht trotzdem noch eine sehr milde akkustik. Ich bin glücklich.

So. Ich bastel weiter.

Rap jetzt, oder was?

Am by Establishmensch in Musique | Sag was dazu  

Hui

So. Jetzt ist hier Schluss mit Januar-Blues.

Wie das? Voll easy, eigentlich. Ich bin in einen Frisiersalon gegangen und habe mir die Spitzen schneiden lassen. Vorher wurde mir der Skalp massiert und gewaschen, bäm, Blues weg und wieder glücklich genug um das Krönchen aufs Haupt zu setzen.

Und jetzt muss ich gerade hier eben was posten. Als Autodidakt auf dem Gebiet der Selbstmotivation ist mir über die Jahre folgendes aufgefallen: Wenn du eine Idee hast, die du unbedingt umsetzen möchtest, dann erzähl am besten im Vorfeld der ganzen Welt davon, damit du keinen Rückzieher mehr machst. Klappt vielleicht nicht bei jedem, aber bei mir eigentlich schon. Frei nach dem Motto: verkünde deine Idee und lass dich am Ergebnis messen. Daher, liebe Welt, hier ein Plan, den ich 2013 unbedingt noch in die Tat umsetzen möchte: Eine eigene Rap-Vinly-Single.

Nun drängen sich wahrscheinlich Fragen auf. Ich beantworte sie mal.

Frage 1: Diggi, warum?

Antwort: Nun ja, ich höre halt schon sehr lange Rap, Freestyle mindestens vier Mal am Tag (zum Beispiel, wenn Mama anruft oder wenn der Hund noch nicht satt ist oder wenn das Toilettenpapier alle ist…) Dann hatte ich letztes Jahr zwei schöne Auftritte als Vorprogramm von Umse und dachte: Fick die Fledermaus, ich will mal ordentlich rappen. Darum. Außerdem will ich später meinen Kindern mal meine Vinyl zeigen und die sollen mich verdutzt angucken ob der schwarzen, ihnen völlig unbekannten Zauberscheibe, von denen ihr Vater rhythmisch zu ihnen spricht.

Frage 2: Okay, Diggi, aber warum hältst du auf dem Bild da eine Roy-Black-Schallplatte in der Hand?!

Antwort: Weil genau das Bild mein Vorbild für das Cover ist, welches mir vor meinem geistigen Auge herumscharwenzelt.

Frage 3: Aber Diggi, machst du denn trotzdem noch Grindcore und Techno als Doomed Zau?

Antwort: Wie könnte ich das jemals nicht mehr machen? Selbstredend gebe ich das sinnlose Geballere nicht auf.

Frage 4: Dann bin ich aber beruhigt.

Antwort: Das ist keine Frage.

Frage 5: Wie hast du das gemerkt?

Antwort: Nun ja, am Ende des Satzkonstruktes steht kein Fragezeichen sondern ein Punkt, der in diesem Falle eine Aussage andeutet.

Frage 6: Okay. Zurück zum Thema. Du willst also eine Rap-Single auf den Markt schmeißen. Hmm. Soweit ich weiß, braucht man da Beats und hastenichgesehen alles für. Wie regelst das?

Antwort: Boah Alter, ich weiß das doch noch nicht. Das ist erstmal die Grundidee, der Rest kommt dann nach und nach. Die Single hat ja zwei Seiten und der Beat auf der einen Seite wird auf jeden Fall von d.kuhl kommen, mit dem saß ich neulich mal zusammen und mag den Jungen gerne. Wegen Produktion hab ich auch ein Paar Leute, die ich mal anhauen werde. Mal gucken halt.

Fage 7: Wo ist deine Toilette, kann ich die Mal kurz benutzen?

Antwort: Direkt da vorne links.

So. Den bin ich los. Mal gucken was kommt. Ich werde da auf dem laufenden halten. Aber nun genug von HipHop und hin zum Punk: Kauft euch die Feine Sahne Fischfilet-Platte, wenn ihr komplett im Arsch sei.