Back zu der Fjutscha / Neue Fietschas / Ära of Beleidiging

reparaturhead

 

Jucheisassa, da bin ich wieder! Back im Homepage-Game. Nun mag die eine oder der andere sich vielleicht fragen: „Oi wej? Was nur war da vorgefalltet? Mischirrrr! Mischirrrr*“

Nun, genau sagen kann ich es eigentlich nicht. Die Sache ist wohl, dass es den Webspace, auf dem meine Seite lag, einfach aufgehört hat zu existieren. Da es aber auch seit 2007 (so lange eben wie es establishmensch.de gibt) nicht mein eigener Webspace war, konnte ich daran nichts ändern. Zudem konnte ich nicht mal auf einen anderen Ort umleiten, da mir die Domain establishmensch.de gar nicht gehörte, die hat damals die Person mit dem Webspace für mich angemeldet. Eben jene Person konnte ich auch auf keinem der üblichen Kommunikationswege erreichen. Nun hab ich es aber geschafft, die Domain zu kapern (darüber hinaus noch establishmensch.com und andystrauss.de, unter denen diese Seite jetzt auch zu erreichen ist). Der Inhalt der Seite war aber verloren. Zum Glück gibt es archive.org. Soweit es ging hab ich da über die Wayback-Maschine die alten Beiträge wieder zusammen gesammelt und hier als wieder eingefügt. Nicht alles zwar, einige Dinge waren vollständig hinüber oder zu kompliziert zu rekonstruieren, aber da wir ja sowieso lieber in die Gegenwart und Zukunft schauen, ist das schon irgendwie okay.

Außerdem war der Totalausfall meiner Seite ein bisschen auch Glücksgriff, denn die Rekonstruktion gab mir Anlass, mich mal wieder mit meinem Herzensfreund und Universalgenie Tom Feuer zusammenzusetzen. Er hat quasi den ganzen Wust wieder neu Aufgesetzt und darüber hinaus die Dinge beseitigt, die mich vorher so gestört haben. Endlich kann ich wieder Soundcloud-Dinge so einfügen, dass sie nicht scheiße aussehen. Es gibt einen Funktionieren Kalender. Schau unter Termine nach. Außerdem gibt es da rechts ein Widget, wo man die nächsten fünf Termine direkt sehen kann. Whooohoo! Und zu guter letzt ist die Seite jetzt auch responsive für mobile devices, was auch immer das bedeuten mag. Aber mag kommt ja von mögen, und responsitivity mag ich. Auch bei Steinen, wenn die auf Fragen Antworten, dann finde ich das sehr höflich.

Auch sehr höflich finde ich meine Lieblings-Elektropunk-Band Kommando Zurueck. Denn sie nimmt mich mit auf Tour. Oder nehme ich sie mit auf Tour? Ist ja auch egal. Jedenfalls werden wir uns acht Tage lang gemeinsam in den Arm nehmen. Sänger Jan und ich haben heute ein Plakat dafür gebastelt. Da stehen auch die Termine drauf. Oder halt im Kalender. Aber schau mal:

Kommando-Andy-Tour-web

Okay, ein Termin fehlt noch. Wir sind da auf der Suche nach einem Ort zwischen Kassel und Berlin, also sowas wie Braunschweig/Hildesheim/Hannover/Helmstedt. Mal gucken. Wenn wir was gefunden haben, wird es im KALENDER stehen. KALENDER. Und da ich jetzt auch wieder Soundcloud-Dinge ordentlich einbauen kann hier ein Brett von der aktuellen EP der Kommando-Lümmel:

 

Wo wir gerade bei höflich waren: Nicht sehr höflich sind Beleidigungen. Ich beleidige ja mittlerweile seit fünf Jahren Denkmäler all überall und immer mal wieder gab es Diskussionen darüber, ob das nun Kunst sei oder nicht. Diese Diskussion sollte nun zu Ende sein, denn meine Denkmälerbeleidigungs-Videos wurden in einer großen Ausstellung (RTFM / Read the fucking Manual)  in der Ausstellungshalle Münsters, nämlich der Kunsthalle Münster im Speicher 2 gezeigt. Einen Monat lang. Alle nacheinander. In sehr laut. Kunst ist ja immer eine Art Zuschreibungsprozess, sprich: Kunst wird erst zu Kunst, wenn Leute sagen, dass es Kunst ist.  Und wenn meinen Videos nun zugeschrieben wird, dass sie Kunst sind, dann schmunzel ich leise und lehne mich stolz zurück. Durch das Ausstellen der Videos wird ihnen aber im Prinzip ja auch ein Denkmal geschaffen, wenn auch nur temporär. Und wenn einer Arbeit über das Beleidigen von Denkmälern ein Denkmal gesetzt wird, dann ist doch klar, was damit geschehen muss. Nämlich dieses hier:

 

 

Auf den Denkmal-Beleidigungs-Zug (ich stelle mir gerade einen Zug vor, der wahllos irgendwo entgleist um sich vor einem Denkmal aufzubauen und es dann anzubrüllen) sind ja bisher relativ wenige Leute aufgesprungen. Irgendwann waren da mal so zwei Jungs, die Brücken und und den dicken Ben in London beleidigt haben (ich kann mich aber nicht mehr genau erinnern) und irgendwann war da noch ein Punker aus Österreich, der sein privates Mobiliar anbrüllte (ich kann mich auch nicht mehr so genau erinnern) – und es war mir jeweils eine Wonne, ihre Ambitionen genießen zu dürfen. Nun aber hat ein neuer Player das Beleidigungsgame geentert.

1621774_967539993261890_5437392845208274255_n
Sein Name ist Mias und er ist ein wilder Kotburschi aus Bochum. Kotburschi sage ich, weil er Teil des Kotburschi-Kollektivs ist. Was genau das ist… naja… möge man sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Oder eine Suchmaschine benutzen. Außerdem ist er Teil des Künstlerduos Kill the Dinosaur und Teil von Cyber Guti. Mias jedenfalls hat mit einer Video-Reihe angefangen. Sie heißt „Andy Strauß beleidigen“.

Drei Mal ist es ihm bisher gelungen. Das erste Video hat er mit Ansage in meiner Wohnung gemacht, bei den nächsten beiden Malen hat er mich auf kaltem Fuß erwischt, indem er mich in einem Restaurant und auf der Bühne im domicil Dortmund heimsuchte. Mir selbst gefällt das ganze ziemlich gut. Erstens fühle ich mich dadurch ein bisschen wie ein Denkmal für mich selbst, was mir wiederum erklärt, warum ich oft so unzufrieden mit mir selbst bin, dass ich mich selbst beleidige. Zweitens finde ich es unglaublich süß, wie lieb sich Mias nach dem Beleidigen immer bei mir entschuldigt und sagt, dass alle Worte nicht persönlich sind, sondern lediglich für die Kunst. Fuck. Ich habe gerade Angst, zu einem Kunstblog zu werden. Damit Mias Videos aber Kunst werden, muss erst der Zuschreibungsprozess beginnen. Ich fange mal damit an: Die Videos sind Kunst. Hier ist eines davon:

 

 

Da man aber ja nicht immer nur beleidigen kann – und einige Denkmäler auch nicht wirklich beleidigenswert sind (LÜÜÜGEEEE!!! Eigentlich sind alle Denkmäler beleidigenswert!!!), habe ich neulich ein Denkmal neu vertont. Hier:

 

 

Aber genug zu Video, nochmal kurz ein Ausblick in anderer Sache. Nach langer Buchschreibabstinenz habe ich jetzt endlich meinen Ansatz für mein nächstes Baby gefunden. Es geht wieder ein bisschen back to the roots, also mehr in die Richtung meiner Frühlinge (ja, dieses Wort ist ein Teekesselchen) Albträumer und Establishmensch, also ineinander verwobene Kurzgeschichten. Bisher liebe ich, was da passiert. Lieben mit Abscheu. Ein bisschen Wut rauslassen. Über mich selbst, das Denkmal meiner selbst – und vor allem über all die vielen Fuckpersonen. Neulich wollte mich zum Beispiel ein älterer Herr auf dem Wochenmarkt in Münster verprügeln. Ohne Lüg. Er stand in einer Schlange vor einem Kartoffelpufferstand. Die Schlange blockierte aufgrund des Hochbetriebes einen der Marktständegänge und ich fragte in normalem Ton, ob ich mal vorbei könne. Er sagte: „NEINNN“, und es klang, als würde er dabei noch ein stummes R rollen. Ich war relativ perplex und wollte trotzdem vor ihm lang gehen, da tat er noch einen Schritt nach vorne und blockierte mich vollends. Ich fluchte ihn ein Arschloch und ging drei Personen hinter ihm lang. Dann rannte er mir mit erhobener Faust hinterher. Kein Scheiß! Solche Leute gibt es. Ich deeskalierte ohne unterwürfig oder entschuldigend zu werden. Schlagen werde ich ihn in meinem kommenden Buch und das nicht zu knapp.

So. Das war’s für heute. Ich freue mich, wieder da zu sein.

High5,

Andy

*=Mischirrrr ist eine außerirdischer Ausruf des Schreckens. Quelle: Schlupp vom grünen Stern@Augsburger Puppenkiste

am by Establishmensch in Allgemein

3 Back zu der Fjutscha / Neue Fietschas / Ära of Beleidiging

  1. Liquid Räuperl

    Klassikowski! Welcome back auf der Line!

  2. Andy

    Was für ein peinlicher Auftritt heute im Polittbüro.
    Hab mich richtig fremdgeschämt.
    Hoffe, du wirst niemals ein Kind in diese Welt setzen!

    • Establishmensch

      Du hast den Spirit des Beitrags erkannt! Gute Transferleistung 🙂

Kommentieren


× 4 = zwanzig acht