
So vor etwa vier Stunden landete mein Zug in Bielefeld, wo ich wirklich lange nicht mehr war. Der Grund dafür ist, dass der Termin meiner (mittlerweile leider dahingeschiedenen) Osnabrücker Lesebühne immer mit dem Termin des Slams im Bunker Ulmenwall kollidierte.
Heute Abend bin ich hier in Bielefeld beim Hörsaal-Slam und da ich gestern in Hamburg war, wo ich eigentlich immer gerne noch ein bisschen mehr Zeit verbringe, was ich aber in letzter Zeit dann auch schon öfters gemacht habe, dachte ich, ich fahre mal etwas früher nach Bielefeld und gucke mir an, wie das Stadt jetzt wohl so aussieht.
Ich kam also aus dem Bahnhof raus und die Stadt lag wie eine alte Bekannte vor mir, die im Gegensatz zu mir in der Zwischenzeit keine Falten bekommen hat. Unangenehm fand ich die merkwürdig-aufdringliche Werbung, die am Tanzlokal Movies angebracht war. Irgend eine weiße Schrift auf rotem Untergrund, ein Lifting, dass nicht zu den Nächten passte, die ich damals dort verbracht hatte. Und dann war ich ganz kurz richtig schockiert, denn ich kam am Schauplatz einer Geschichte vorbei, die ich mal geschrieben hab. Sie heißt Pokalspiel und steht in meinem ersten Buch, Establishmensch. In der Geschichte geht es darum, dass ein fluchender Gangster-Opa in einer Kneipe erst den Barkeeper und dann noch andere Leute erschießt während der Ich-Erzähler dann einfach dazu übergeht, selbst Besitzer der Bar zu sein und alle Getränke zu verschenken.
Völlig vergessen habe ich über die Jahre (gut, es waren jetzt maximal vier Jahre, seit ich die Story geschrieben habe, aber es passiert ja immer so viel und man kann sich halt nicht so viel merken…) dass es diese Bar wirklich gibt! Auch die Situation, der fluchende, alte Mann, der nicht ordentlich laufen kann, dann, dass der Laden nur bis 18 Uhr auf hat… Und dann war ich ganz kurz davor, in den Laden zu gehen und alle zu erschießen, hab es dann aber doch nicht gemacht, sondern mich mit Nina Janus getroffen, die ich hier noch kurz ans Herz legen möchte. Ich zeige mal gerade ein Video von ihr:
Nina hat mich beruhigt. Ich werde jetzt keine Barkeeper erschießen müssen. Statt dessen freue ich mich auf den Hörsaal-Slam gleich. Jedenfalls: Wenn du in Bielefeld wohnst und zufällig den Establishmenschen zuhause rumfliegen hast, dann lies mal Pokalspiel in der Bier-Klause am Bahnhof. Nur so für’s Feeling. Wenn du in Bielefeld wohnst und das Buch nicht hast, dann komm am 14. Mai zu meiner Lesung im Bunker, vielleicht lässt sich das ja ändern. Ha!
High Five.
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